Niederlande - Österreich 3:1

8-10.02.2011 (Eindhoven)
Es war wieder einmal
soweit, erstes Länderspiel im Jahr 2011 und das gleich gegen die Nummer 2 der
Weltrangliste. Obwohl ich für das Match am 9.02. in Eindhoven für die
Bulldogs-Busfahrt gar keine Werbung machte, war der Bus mit 8 Fans recht schnell
besetzt und auf der Ersatzliste hatte ich sogar noch 3 Jungs aus unserem Fanclub stehen. So
begaben sich am Dienstag um 20:00Uhr 7 Mann und eine Frau mit dem
vollbesetzten VW-Bus, der Wurschtsemmelpeter als Fahrzeugkommandant braucht halt
eben mindestens eineinhalb bis zwei Plätze in der ersten Reihe, auf den Weg
Richtung Holland. In der zweiten Reihe machten sich unser Präsident Jörg, der
Ersatzfahrer Andi mit y, und der „Länderspiel-Hannes“ auf ihren Stammplätzen
gemütlich. Auch in der dritten Reihe gab es mit Ingrid und dem Anwalt zwei
bekannte Gesichter, nur das Comeback von unserem Flip zu einem Auswärtsmatch kam
mehr als überraschend, war doch sein letztes Auswärtsspiel vor knapp 17 Jahren
der Zugfahrtklassiker nach Maribor im Jahr 1994.
Kaum war der VW-Bus
auf der Westautobahn in Schwung, gab es schon die erste kleine Pause auf der
Raststation in Ansfelden, wo der Österreich-Fanclub Pielachtal mit einem
ebenfalls vollbesetzten VW-Bus auf uns Bulldogs wartete, um nun im Konvoi die
restlichen 800 Kilometer bis Eindhoven abzuspulen. Auch die Pielachtaler
wechselten
alle 2 Stunden ihre Fahrer und so wurde ganz Deutschland in der Nacht
durchquert. Als gegen 7:30 die Sonne langsam aufging passierten wir bei Venlo
die Deutsch-Niederländische Grenze. Nun waren es nur mehr 50km bis Eindhoven,
eine holländische Provinzstadt mit ca. 200 000 Einwohner, in der an diesem Morgen
aber noch gähnende Leere und Ruhe herrschte. Nach einer kurzen Autorunde durch
die Stadt fiel uns auf, dass außer uns hauptsächlich nur Radfahrer in der Stadt
unterwegs waren. Danach passierten wir den Bahnhof, wo tausende abgestellte
Räder auf dem Platz davor für ein „Wirrwarr“ sorgten. Auf der Suche nach einem
Frühstückslokal wurden wir zwar nicht fündig, dafür sahen wir das berühmte
„Ufogebäude“, dass zu besseren Zeiten als Museum diente, und jetzt anscheinend
nur mehr auf den Abriss wartet. Einige
behaupten zwar, dass das Ufo am Abend
sogar fliegt, das könnten aber auch nur Hirngespinste nach dem Genuss der
holländischen Spezialitäten der diversen Coffeeshops sein. Nachdem das PSV
Stadion auch in der Stadtmitte liegt und wir gleich daneben eine Parkgarage
fanden, wurden die beiden Fanbusse in der Garage geparkt. Nun wurde die
Innenstadt nach Essbarem durchsucht, aber die meisten Shops und Lokale hatten zu
dieser Zeit noch geschlossen. Nach einem schnellen Getränk in einem Steakhouse,
das zu dieser Zeit aber nur zu einem kümmerlichen Frühstücksbuffet lud, musste
wieder einmal ein amerikanisches Fast-Food Lokal für die hungrigen Fußballfans
herhalten. Die Mädls in der kleinen Filiale hatten an diesem Vormittag mit den
Österreichfans sicher mehr Umsatz, als sonst an einem ganzen Tag. Nun war der
Hunger fürs erste gestillt und die Wege der Bulldogs und Pielachtaler trennten
sich, denn die Pielachtaler begaben sich nun zu ihrem Hotel und wir machten sich
gleich auf den Weg zu einer kurzen Stadtbesichtigung, die an der ersten Kneipe
ums Eck endete.
In der Zwischenzeit
waren zwei weiter Jungs von unserem Fanclub zu uns gestoßen, Luf war schon 3
Tage in Amsterdam und Virus hatte überhaupt einen langen Anfahrtsweg, der ihn am
Freitag nach Dortmund zum Ruhrpott-Derby gegen Schalke, danach am Samstag zum
Berliner Derby Hertha : Union vor 74000 begeisterten Fans und am Sonntag zum
abgesagten Hamburger Derby-Klassiker HSV gegen St. Paule brachte. Das Match HSV
gegen Pauli musste wegen Unbespielbarkeit des Rasens nach starkem Regen
abgesagt werden und so erlebte Virus die Auseinandersetzungen und Randale am
Hamburger Kiez live mit. Danach traf er sich mit Luf in Amsterdam und gemeinsam
reisten sie mit dem Zug nach Eindhoven. So begaben sich am Abend 10 Bulldogs auf
den Weg ins PSV Stadion. Dort wurden sogleich vor dem Österreich-Sektor, der
eigentlich mitten unter den holländischen Fans lag, die Transparente der
Pielachtaler und Bulldogs angebracht. Die holländischen Ordner waren von dieser
Vorgehensweise eher weniger begeistert und wiesen uns freundlich aber bestimmt
darauf hin, dass in diesem Bereich keine Transparente erlaubt sind. Daraufhin
wurde das kleine Bulldogs-Transparent beim Stiegenaufgang platziert und die
Pielachtaler konnten ebenfalls ihr kleines Transparent seitlich am Sektor mit
viel Geschick befestigen. In der
Zwischenzeit wollten die Patriots ihr
Transparent vor dem Sektor anbringen, mussten aber nach langen Verhandlungen den
Ordnungskräften klein bei geben. Die Stimmung unter den Österreich-Fans war
aufgrund des massiven Ordnereinsatzes natürlich ordentlich angeheizt und als zu
Spielbeginn die Ultras Unione aus Salzburg ihren Fetzen seitlich am Zaun
befestigen wollten eskalierte die Lage. Die immer mehr werdenden Ordner rissen
das Transparent vom Zaun und versuchten damit abzuhauen. Wir Bulldogs stellten
sich ihnen in den Weg und konnten das Transparent zurückgewinnen. Daraus
entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen, die Ordner gaben vorerst
nicht nach und versuchten das Transparent zurück zu erobern. Sie hatten aber
nicht mit dem Zusammenhalt in der österreichischen Fanszene gerechnet und so
konnten wir Bulldogs gemeinsam mit UU und Patriots das Transparent in unseren
Reihen behalten und erfolgreich verteidigen. Nach so einem Kampf zwischen Ordner
und Fans gab es natürlich einige Blessuren auf beiden Seiten, woraufhin sich
jedoch die erfolglosen Ordner auf Befehl der Polizei zurückziehen mussten, um
der verschärften Lage den Wind aus den Segeln zu nehmen.
In der Zwischenzeit
wurde bereits Fußball gespielt und wir Fans hatten nun auch Zeit unsere
Nationalmannschaft lautstark anzufeuern. Im ausverkauften Stadion war es jedoch
nicht einfach, gegen die „oranje“ Übermacht zu bestehen. Da so gut wie jeder der
holländischen Fans im orangen Outfit ins Stadion kam, wurde das Lied „Orange ist
nur die Müllabfuhr“ zum Klassiker dieses Abends. Die Rot-Weiß-Roten waren nicht
nur auf der Tribüne unterlegen, sondern auch auf dem Spielfeld machte sich der
Klasse-Unterschied deutlich bemerkbar. Während das österreichische Nationalteam
zur Pause mit dem 1:0 Rückstand noch gut bedient war und sich noch Chancen auf
ein Unentschieden ausrechnete, klingelte es kurz nach Wiederanpfiff wieder im
Tor von Jürgen Macho. Nun schalteten die Holländer einen Gang zurück, waren uns
aber trotzdem noch mindestens eine Klasse zu stark. Nach einem unnötigen
Hands-Elfmeter zum 3:0 für die Holländer konnte Österreich immerhin ebenfalls
nach einem Elfmeter durch Arnautovic auf 3:1 verkürzen und hatte danach auch
noch die eine oder andere Möglichkeit auf eine Ergebniskosmetik. Es blieb aber
beim doch gerechten 3:1 Sieg für die Niederländer, die ja nicht umsonst die
Nummer 2 der Weltrangliste sind. Mit der Erkenntnis, dass uns doch noch einiges
zur absoluten Weltklasse fehlt, begaben wir uns zurück auf den Weg zu unserem
VW-Bus, um die Heimreise anzutreten.
Bis zum Flughafen Köln-Bonn mussten sich 9 Bulldogs in den Bus zwängen (besser gesagt einer musste sich neben Wurstsemmel-Peter quetschen), da Virus seinen Rückflug mit Germanwings von Köln nach Wien gebucht hatte und nicht so wie Luf direkt von Amsterdam retour nach Wien flog. Nach 200km Platzmangel im Bus wurde Virus mitten in der Nacht am menschenleeren Flughafen „entsorgt“ und der Rest der Bulldogs konnte die Fahrt durch die zweite Nacht etwas entspannter fortsetzen. Durch gut getimtes Fahrerwechseln konnte auch diese zweite Nacht durchgefahren werden und so erreichten wir am frühen Morgen die österreichische Grenze. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der von uns häufig frequentierten Jet-Tankstelle in Ansfelden verliefen die letzten 2 Stunden der 2400km langen Auswärtsfahrt ohne weitere Zwischenfälle und wir erreichten gegen Mittag das Schöpfwerk (Endstation für unseren Anwalt) und damit war eine knappe Stunde später die erste Auswärtsfahrt der Saison 2011 erfolgreich beendet.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2011
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