Malmö FF : Austria Wien 1:2

28-30.09.2011 (Schweden)

Nach der Auslosung freuten sich viele Austrianer auf den südschwedischen Klub Malmö FF, erstens aus sportlicher Sicht ein Gegner mit selber Kragenweite wie unsere Austria, und an guten Tagen sicher zu schlagen, und zweitens die erlebnisorientierte Fraktion, da die schwedischen Fans allgemein einen guten Ruf in der Szene genießen. Einige von uns Bulldogs waren schon im Jahr 2000 bei einem Länderspiel von Schweden : Österreich in Malmö. In Erinnerung von damals blieb eine Aktion auf der Fähre von Trelleborg nach Rostock Varnemünde. Bulldogs und Atzersdorfer waren damals mit je einem Bus unterwegs und der Kapitän bekam es mit der Angst zu tun, als Hupsi und Bam Bam die Reling enterten und vor dem verdutzten Kapitän ein Tansparent mit der Aufschrift Tütanic  spannten. Dieses Mal wurde ebenfalls überlegt, mit Auto und Fähre oder mit Zug und Fähre anzureisen, doch aus verschiedenen Gründen wurde es dann doch eine Flugreise mit Flyniki über Kopenhagen.

Am Tag vor dem Match trafen sich 7 Jungs und ein Mädel von der Bulldogs-Fraktion am späten Nachmittag am Flughafen Wien-Schwechat. Aber die Bulldogs-Crew war nicht alleine, altbekannte Leute von den Brigaden und Fedayn waren genauso am Flughafen wie einige ebenso bekannte Gesichter von der ehemaligen Incubo-Violapartie, die uns auf einigen legendären Auswärtsfahrten wie zum Beispiel Sarajevo oder Basel im VW-Bus begleiteten. Mit Flyniki ging es knapp nach 18:00 gegen den Norden, Applaus bekam die Flugbeleiterin, als sie den mitgereisten Austriafans bei der offiziellen Sicherheitsansprache viel Glück für das Spiel wünschte. Am Flughafen in Kopenhagen trennte sich der Weg der Austriafans, denn jeder fuhr zuerst in sein Hotel um einzuchecken. Nach 2 Stationen in der Schnellbahn und einem kurzen Fußweg erreichten wir unser Hotel Metro Cabinn. Zur unseren Überraschung warteten dort bereits der Brigaden-Peda und Markus, seines Zeichens Gründer der Fangruppe Fedayn in der Hotelbar. Bei teurem skandinavischem Bier warteten wir auf einen weiteren Austrianer, der auf eigene Faust seine Reise über Amsterdam plante und bereits am Nachmittag das berühmte Viertel Christiania erkundete.

Mit ihm als Reiseleiter ging es mit zwei Taxis in das Kopenhagener Nachtleben. Zuerst mussten wir lange nach einem Bankomaten suchen, um uns dänische Kronen zu besorgen. Danach stand der Besuch des autonomen und selbst verwalteten Viertel Christiania am Programm. Autos und Polizisten dürfen das Gelände nicht betreten, im tiefen Inneren des Viertels darf nicht einmal fotografiert werden, da dort Tabakwaren aus aller Herren Länder zu einem halbwegs vernünftigen Preis feilgeboten werden. Für Liebhaber des Konsums unerlaubter Rauchwaren ein Paradies, da man diese nicht nur kaufen konnte, sondern auch gleich konsumieren durfte, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Nicht nur die Rauchwaren kamen in diesem Viertel aus diversen Ländern der Welt, sondern auch das Publikum kam von der Karibik über Schwarzafrika, aus Österreich und vielen vielen weiteren Länder der ganzen Erde, die bei ausgelassener Live-Musik einen sichtliche entspannten Abend genossen. Die Kopenhagener City dürfte nicht allzu viel zu bieten haben, denn sämtlicher Austria-Anhang wurde von uns in dem berühmt berüchtigtem Viertel gesichtet. Nach der Heimfahrt mit dem Taxi zum Hotel war für einige der Abend bereits gelaufen, andere hatten noch nicht genug und stellten sich noch motiviert an die Hotelbar. Beim stehen blieb es jedoch nicht, denn Präsi Jörg und Karner gönnten sich auf der Couch in der Hotelbar nach einigen Bierchen zu viel eine kurze Auszeit. So mussten Andi mit y und Ingrid die beiden Kampftrinker gegen 4:00 Früh auf ihre Zimmer bringen.

Am nächsten Morgen waren einige Mitglieder der Bulldogscrew noch schwer beeinträchtigt von den Strapazen des Vorabends, trotzdem gönnten wir uns alle ein gratis Frühstück, da wir eigentlich nur die Übernächtigung ohne Frühstück gebucht hatten. Gut gestärkt ging es dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof, um endlich die Kopenhagener Innenstadt zu besichtigen. Nicht weit vom Bahnhof entfernt entdeckten wir das Hard Rock Cafe und damit war die Stadtbesichtigung bei Carlsberg und Tuborg vorläufig beendet. Nach einigen Bierchen machten wir uns dann doch noch kurz auf den Weg zum Sightseeing, der aber recht bald am Bahnhof wieder endete. Nun ging es mit dem Zug über die Öresundbrücke nach Malmö. Der Schaffner stellte kein Problem da, dafür kam der schwedische Zoll mit einem Drogenspürhund ins Spiel. Da ja alle gestern in dem bereits erwähnten Viertel unterwegs waren und der Hund scheinbar doch eine recht gute Ausbildung genossen hatte, wich er von uns nicht mehr ab. Die Hundeführerin holte sogleich Verstärkung und 4 Leute des schwedischen Zolls durchsuchten nun unser Großraumabteil. Zuerst mussten zwei dunkelhäutige Migranten, die vis-a-vis von uns saßen, daran glauben. Nachdem diese ihre Unschuld beweisen konnten, widmete sich der Zoll nun uns Austrianern. Da der Drogenhund immer noch bei uns im Kreis lief, wurden wir nun genauer unter die Lupe genommen und anschließend mussten wir sogar mit dem Zoll am Bahnhof aussteigen und den Beamten in das Zollgebäude folgen. Dort wurde dann gefilzt was das Zeug hält, bei unserer Reisegruppe wurde natürlich nichts gefunden, aber jemand anders war ein Treffer und musste seinen am Vortag günstig erstandenen Rauchvorrat nun teuer dem schwedischen Zoll überlassen.

Danach ging es endlich weiter in die Innenstadt in das nächst beste Pub, wo wir vom Zwischenfall eines Bulldogsmitgliedes erfuhren, der sich seine Hand ungünstigerweise mit einem zerbrochenen Glas aufschlitzte und ins Spital musste. Um 17:00 Uhr war am benachbarten Platz Treffpunkt zum Abmarsch ins Stadion. Vom Megamob war weit und breit nichts zu sehen, gezählte 28 Leute wurden von mindestens genauso vielen Polizisten, darunter sogar 4 Berittenen, begleitet. Die angeblich knapp 2km entpuppten sich als ein einstündiger Fußmarsch durch halb Malmö. Dies dürfte in Malmö auch nicht alltäglich sein, so wurden wir von den Malmöern aus den schwedischen Gemeindebauten misstrauisch beobachtet. Knapp vor dem Stadion kamen wir an einer Pizzeria vorbei, an der wir von einigen zwielichtigen Gestalten begutachtet wurden. Auf Grund der Polizei-Präsenz kam es aber zu keiner Kontaktaufnahme. Vorm Stadion war wieder alles ruhig und so ging es direkt in den gut abgesicherten Gästesektor. Das Bulldogstransparent wurde so wie alle anderen auf den Sitzen in der unteren Reihe angebracht.

Durch die rasche 1:0 Führung unserer Veilchen durch den jungen Barazite herrschte im ziemlich vollen Auswärtssektor außerordentlich gute Stimmung, an der die Schweden weder am Rasen, noch auf den Rängen etwas entgegen setzen konnten. Durch das 2:0 noch vor der Pause durch Alexander Grünwald durften die mitgereisten Austriafans bereits vom ersten Europacup Auswärtssieg seit Utrecht 2004 träumen. Doch wie schon des Öfteren konnte der Schwung der ersten Halbzeit nicht in die zweite Hälfte mitgenommen werden und unsere Veilchen ließen sich nach 2 vergebenen Großchancen immer mehr in die Defensive drängen. Die 500 mitgereisten Austrianer bekamen anfangs der zweiten Hälfte auch noch Unterstützung aus dem Spital von Malmö. Die eine Hand nach der schweren Sehnenverletzung nur notdürftig verbunden, in der anderen noch die Infusionskanüle sowie das Spitalsarmband um die Hand feierte er gemeinsam mit uns die 2:0 Führung unserer Austria so ausgiebig, dass sich die Schnittwunde wieder blutend bemerkbar machte. Durch dieses Missgeschick musste er erneut ins schwedische Spital und durfte dort sogar die Nacht verbringen. In der Zwischenzeit kassierten wir den Anschlusstreffer zum 2:1, was wir aber trotz einer gelb-roten Karte für unseren Torschützen A. Grünwald noch über die Zeit retten konnten. Nach dem Spiel wurde mit den Spielern dieser für uns so wichtige Auswärtserfolg gefeiert, danach kam sogar noch Präsident Katzian auf den Rasen, um sich bei den mitgereisten Fans zu bedanken.

Nachdem der Veilchenanhang ca. 30 Minuten im Stadion vor geschlossenen Toren ausharren musste, durften wir das Stadion verlassen. Auf diesen Moment hatten die schwedischen Hooligans scheinbar nur gewartet und bevor wir noch wussten wie uns geschieht, kamen uns ca. 50 gewaltbereite Malmöanhänger aus dem angrenzenden Park entgegen gestürmt. Da von uns niemand mit einem Angriff rechnete, gingen unsere Freunde der dritten Halbzeit nicht geschlossen sondern verteilt im gesamten Austria-Anhang. Die meisten Fans an vorderster Front beschlossen den Rückzug, einige erlebnisorientierte gingen zum Gegenangriff und stellten sich dem Schwedenmob. Die berittene Polizei machte jedoch kurzen Prozess und drängte die angreifenden Hooligans schnell zurück. Der Schlagabtausch war somit vorbei, bevor er überhaupt richtig begann. Durch diesen Angriff wurden wir nicht direkt in die Stadt, sondern durch die Vororte von der Polizei zu einer außerhalb liegenden S-Bahnstation eskortiert. Nach dem über einstündigen Fußmarsch zu dem beleuchteten Wasserturm, der von uns irrtümlich für den Flughafentower gehalten wurde, konnte man von dem neu errichteten Bahnhof nun direkt nach Kopenhagen oder wieder retour nach Malmö fahren. Da wir unsere Rucksäcke noch am Bahnhof in Malmö im Schließfach hatten, ging für uns der Weg wieder zurück in die Höhle des Löwen. Vorsichtig wurde am Bahnhof das Umfeld beobachtet, aber von den davor angreifenden Hooligans war nichts mehr zu sehen. Danach ging es gleich wieder retour zum Flughafen wo wir gemeinsam mit dem bekannten „Austria-Opernsänger“ Hansi die Nacht bis zum Heimflug am nächsten Morgen mit einigen Bieren verbrachten. Nach einer kurzen Nacht am dänischen Flughafen Kastrup ging es mit Flyniki um 9:00 ohne weitere Zwischenfälle zurück in die Heimat wo gegen Mittag die erlebnisreiche Auswärtsfahrt nach Südschweden endete.

Martin/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2011

Weitere Fotos aus Malmö  findet ihr im Fotoarchiv!

zurück zur Berichtübersicht