Olimpija Laibach : Austria Wien 1:1
28-29.07.2011 (Slowenien)
Nur zwei Wochen nach der abenteuerlichen Auswärtsfahrt nach Montenegro stand wieder ein Besuch im ehemaligen Jugoslawien am Programm. In der letzten Quali-Runde in der Europaleague wurde uns der slowenische Vertreter Olympia Ljubljana zugelost. Im Vergleich zur letzten Busfahrt nach Niksic zum Match gegen Rudar Pjevla waren die knapp 400 km in die slowenische Hauptstadt Laibach ein Kinderspiel.
Der von Virus gemanagte Bulldogs-Bus war ein großer Renner
und schon Tage vor der Abfahrt komplett ausgebucht. Trotzdem wollten noch
unbedingt 30 Leute des Fanclubs Unsterblich mit dem Bulldogsbus mitfahren. Da
aber unser Bus schon bis auf den letzten Platz mit
Voranmeldungen gefüllt war, konnte ich Walter vom Fanclub Unsterblich
überzeugen, doch einen eigenen Bus aufzustellen. Gemeinsam wurde kurzfristig ein
Busunternehmen aufgetrieben und so begaben sich neben einem Bulldogs-, einem
Fanatics-, sowie einem Soccerholicsbusses auch ein eigener Unsterblichbus nach
Laibach. Des weiteren waren viele Privatfahrer mit ihren PKW´s auf der A2
Richtung Süden unterwegs. Da unser Präsi Jörg und unser Webmasta Mani am
Vormittag noch arbeiten mussten, fuhren 7 Leute der Bulldogs nicht mit dem
großen Bus, in dem unter anderem Ingrid, Karner & "Wurstsemmel Peter" Pauschi
mitfuhren, sondern mit einem Crysler Voyager zu dieser wichtigen Auswärtspartie
und daher war für uns erst gegen 13:00 Abfahrt. Zu dieser Zeit war Virus mit dem
großen Bulldogsbus
schon
einige Zeit unterwegs. Mit dem Voyager wollten wir eigentlich schnell Boden gut
machen, doch der strömende Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung und
war kamen nicht ganz so schnell wie geplant voran und in den wenigen kurzen
Pausen musste man "Unterschlupf" suchen. Auf der letzten Pause vor Laibach
lernten wir auf einem slowenischen Parkplatz die Carina kennen. Wer jetzt
Schlechtes denkt, warum 7 Fans der Bulldogs mit der slowenischen Carina im
umgebauten amerikanischen Van in Kontakt kommen, kann ja mal googeln, wer oder
was die Carina in Slowenien ist. Wir überstanden die Begegnung mit der Carina
mit viel Glück, da gerade ein moldawischer Reisebus am Parkplatz vorbeikam und
die Aufmerksamkeit der Carina auf sich zog.
Knapp vor Laibach bekamen wir einen Anruf, dass wir die Innenstadt von Ljubljana meiden sollten, da einige Austrianer schon Bekanntschaft mit dem steinewerfenden slowenischen Mob machten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt zwar noch auf der Autobahn, aber was man so hörte raschelte es in der Stadt einige Male. Nachdem die Austrianer dabei recht unfair angegriffen wurden, musste danach die slowenische Szene daran glauben. Es wurde von den erlebnisorientierten Austrianern ein motivierter Gegenangriff gestartet und die Slowenen wurden in ihrem eigenen Stammlokal attackiert. Die Jugos konnten sich nur noch mit Wurfgeschossen wie Flaschen wehren und mussten danach sogar von der eigenen Polizei vor der aufgebrachten Austriamenge beschützt werden. Dabei wurden aber auch einige Österreicher festgenommen, die nach einigen Stunden Polizeiknast und nach Bezahlung eines Lehrgeldes nach dem Match wieder freikamen.
Als wir zum neuen Stadion kamen, hatte sich die Lage wieder
beruhigt. Die Parkplätze befanden sich direkt unter dem Stadion, wo wir
unseren Voyager für die Dauer des Spiels kostenlos parken konnten. Auf unserer
Seiten parkten nur österreichische Autos und Busse und die österreichischen
Fancops sorgten dafür, dass keine Austrianer mehr auf die Seite der Slowenen
gelangten. Die Wartezeit bis zu Spielbeginn wurde mit einigen Bierchen gemeinsam
mit den Atzgersdorfen und den restlichen Bulldogs, die bereits einige Zeit vor
uns in den Stadionkatakomben waren, in der Tiefgarage verkürzt.
Danach ging es über Stiegen hinauf direkt in den Auswärtssektor. Dieser war
recht gut gefüllt, da ca. 600 Veilchen die relative kurze Auswärtsfahrt auf sich
nahmen, um die Austria bei diesem Match zu unterstützen.
Schon vor Spielbeginn gab es andauernd Probleme mit der
Polizei, da es scheinbar verboten war, ganz oben auf der Tribüne hinter den
Sitzreihen
zu stehen und es außerdem nicht in Ordnung war, neben den Sitzreihen am
Stiegenaufgang zu stehen. So wurden wir schon vor Spielbeginn das erste Mal von
den Cops ins Visier genommen. In der 33. Spielminute gelang unserem Kapitän der
wichtige Auswärtstreffer zur 1:0 Halbzeitführung. Dieses Tor erweckte den
Austria-Anhang, der nun ganz klar und lautstark die Mannschaft nach
vorne peitschte. Doch der slowenischen Polizei-Spezialeinheit missfiel der Jubel
über das Führungstor im Auswärtssektor und sie holte einige feiernde Austriafans
im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden zurück, was unser Präsident Jörg mit
einer blutenden Handverletzung bezahlen musste. Dadurch kam es zu einigen
Rangeleien mit den übernervösen Cops, die sich aber bis zur Pause wieder
beruhigten. Nach dem Seitenwechsel konnte unsere Mannschaft den Elan der ersten
Hälfte nicht mitnehmen und Olympia Ljubljana wurde immer stärker, aber mehr als
der Ausgleichstreffer war dann auch nicht mehr drinnen und so endete der
Fußballabend mit deinem doch alles in allem gerechten 1:1 Unentschieden.
Nach dem Match war die slowenische Polizei sichtlich wieder
sehr nervös, und es wurde versucht, die österreichischen Busse und Autos mit
einem Polizeikonvoi aus dem Stadion zu bringen. Es waren gerade einmal ein paar
hundert Meter von der Stadiongarage bis zur Autobahnauffahrt, aber bis auf ein
paar vorlauten Kindern auf einer Bushaltestelle konnten keine verdächtigen
Gestalten in der Nähe des
Stadions gesichtet werden. Bei einem Halt auf einer slowenischen Raststation
wurde noch einmal billig getankt, das Auto bekam günstigen Diesel und die
mitfahrenden Fans billiges Lasko-Pivo. Danach ging es recht ruhig, das billige
slowenische Bier zeigte doch seine Wirkung, weiter ohne Probleme über die Grenze
nach Österreich. In der Heimat musste danach auf der Raststation Arnwiesen
wieder ein Stopp eingelegt werden, da das Jugobier doch nicht für die ganze
Heimfahrt reichte und auch der Klassiker einer Auswärtsfahrt, die LKS, nicht zu
kurz kommen durfte. Auch die Fanpolizei und deren Capo Winkelmann nutzte diese
Raststation zur letzten Stärkung. Unser Anblick verwunderte die alteingesessenen
Cops aber sehr, da etliche Austriafans trotz Stadionverbotes unsere Austria
immer wieder live vor Ort unterstützen. So ging eine doch recht kurze aber
interessante Auswärtsfahrt gegen 2:00 in der Früh zu Ende.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2011
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