Deutschland - Österreich 6:2

1-03.09.2011 (Gelsenkirchen)

Nachdem Virus und meine Wenigkeit (Präsi) schon sehr früh Reservierungen für das prestigeträchtige Länderspielduell zwischen Deutschland und Österreich in Gelsenkirchen (Schalke 04) aufnahmen, war der Ansturm sehr groß, es war von einem Stockautobus und einem 60ig Sitzer die Rede. Im Endeffekt war es ein 50er Bus, der gerade einmal mit 35 Fans mehr oder weniger voll wurde. Zurückzuführen war dies wie immer auf Zusagen, die dann nicht eingehalten wurden, und auf die nicht ganz so erfolgreichen letzten Spiele unserer Nationalmannschaft, womit unsere Chancen auf einen Aufstieg nur mehr minimal waren. Die Länderspielkarten wurden bereits von mir im Vorfeld um 35€ je Stück gekauft.

Am Freitag um 19:00Uhr war Treffpunkt beim Gasthaus Leeb in Schützen. Neben mir, Lixin, Pauschi, Spuller, „Rucksack“ Richi mit Sohn Manuel, Ewald und Hannes, die sich auf den Weg nach Deutschland machten, war auch noch Loci anwesend, um uns zu verabschieden. Nachdem uns Luf einige Bier und Radler servierte, rief mich 15 Minuten vor Abfahrt der Busfahrer an, der das Gasthaus nicht fand. Es ist sicher nicht immer einfach, die richtige Straße zu finden, aber in einer „Stadt“ wie Schützen sollte es doch möglich sein die Hauptstraße, die Parallelstraße zur Bundesstraße, zu finden. Das Busunternehmen wurde diesmal von Pauschi organisiert, da bei der Auswärtsfahrt nach Slowenien in einem Bus dieses Unternehmens noch geraucht werden durfte (aber dazu später mehr). Schließlich gelang es mir den Buschauffeur zum Gasthaus zu lotsen, die noch nicht ausgetrunken Biere wurden schnell geleert und wir machten uns an das Beladen des Busses mit Bier, Radler, Klopfer, Eristoff Ice und einigen alkoholfreien Getränken.

Um 20:00Uhr ging es dann los Richtung Wien zum Horrstadion, um die restlichen Österreichfans abzuholen. Am Stadionparkplatz angekommen mussten wir aber warten, da das vorverlegte Regionalliga-Spiel Austria Amateure : Columbia noch im Gange war und einige von uns zuschauten. Nach Spielschluss trudelten dann schön langsam alle Mitfahrer ein. Um 21:30Uhr waren dann so gut wie alle anwesend, unter anderem unser Anwalt Erich, einige Atzgersdorfer, darunter Atzge, kleiner Wudle Oliver, Pressburger usw. Es fehlten nur mehr unsere Ingrid mit ihren 6 Hollabrunner Jungs. Nach einem Telefonat mit Ingrid stellte sich heraus, dass sie zu Hause im Bett lag, da sie verstanden hatte, wir würden erst um 5:00Uhr in der Früh fahren, was jedoch die Abfahrtszeit der Pielachtaler war. Jetzt musste schnell reagiert und gehandelt werden. Sie rief die Hollabrunner Jungs an und nach einigen Telefonaten begaben sich alle Richtung Hauptstadt, Ingrid schaffte es um halb 11 beim Stadion zu sein, die Hollabrunner immerhin eine Stunde später. In der Zwischenzeit waren auch Wudle, Michi, Dominik und der Donaufelder, die nicht mitfuhren, zu uns gestoßen. Um unsere Wartezeit zu verkürzen wurde von Wudle (s)ein Pizzaservice gerufen, der prompt mit einigen Pizzen antanzte. Während die einen Pizza aßen, frönten die anderen dem Biergenuss, und es wurden alte Geschichten von vergangenen Auswärtsfahrten aufgewärmt. Nach Verabschiedung von Wudle und Co. ging es gegen halb 12 mit 2 Stunden Verspätung endlich los Richtung Deutschland. Doch trotz unserer Verspätung fuhr der Bus nicht Richtung Außenringautobahn, sondern wir fuhren gemütlich durch die Stadt und ausgerechnet auch noch durch Hütteldorf, was für einige von uns natürlich Provokation pur bedeutete.

Da unsere Raucher ja davon ausgingen, dass man wie bei der letzten Fahrt mit diesem Busunternehmen im Bus rauchen durfte, wurde munter drauf los gequalmt, was unserem Busfahrer jedoch gegen den Strich ging. Wenig begeistert drohte er bereits nach einer halben Stunde Fahrt stehen zu bleiben. Das Problem war, dass einer der Fahrer der Seniorchef des Busunternehmens war und auf den Bus natürlich aufpasste, während es dem zweiten Fahrer natürlich egal gewesen wäre. Nach dem erst gut zureden wurde jedoch weitergefahren, doch dieser Raucherdisput sollte sich während der Fahrt noch einige Male wiederholen. Nach einigen Pinkelpausen erreichten wir gegen 02:30 Wels Nord, um Brot Bernd von den Atzgersdorfern bei einer Tankstelle abzuholen, der dort  ja schon seit einigen Stunden wartete.Nach einer Stärkung im Tankstellenshop und Zukauf einiger Paletten Bier (durch die langen Wartezeiten waren schon einige Reserven aufgebraucht), ging die Fahrt weiter. Die EU-Grenze wurde innerhalb kürzester Zeit und ohne Aufenthalt überquert und es ging sehr zügig voran. Geschlafen wurde von den einen mehr, von den anderen weniger und manche schafften es überhaupt so gut wie ohne Schlaf bis zum Morgen. Im Laufe des Vormittags wurden wir jedoch stutzig, ob wir auf dem richtigen Weg wären. Auf den Autobahnhinweisen war nämlich immer wieder Venlo und Mönchengladbach zu lesen. Wir hätten aber schon viel früher Richtung Dortmund abbiegen müssen. Zu Mittag wurde der Fahrer dann zur Rede gestellt, der von seinem Navi dirigiert wurde, was schon des Öfteren auf unseren Reisen mit Busunternehmen zu Problemen führte. Denn da sich viele Fahrer rein auf ihr Navi verlassen, beschäftigen sie sich nicht mehr der Route und haben auch kaum Straßenkarten mit. Und wenn man dann in sein Navi anstatt Gelsenkirchen Geilenkirchen eingibt, kommt man auch nicht nach Gelsenkirchen sondern eben nach Geilenkirchen, dass dann ganz wo anders liegt. Ob es in Geilenkirchen überhaupt einen Fußballplatz gibt, ist jedoch fraglich und werden wir durch unser wachsames Auge wohl nie erfahren. Nach ein paar direkten Worten von mir an die Busfahrer, die mit der Frage endete, ob sie denn einen Vogel hätten, drehten wir um und setzten unsere Fahrt in die richtige Richtung fort.

So kamen wir noch später als geplant in Gelsenkirchen an, drehten dort noch einige Ehrenrunden zwecks Parkplatzsuche bei der Veltins-Arena bis wir schließlich den richtigen Parkplatz für die österreichischen Fans fanden. Dann stand schon die nächste Meinungsverschiedenheit mit dem Busfahrer an, meinte dieser wir hätten seinen Bus verwüstet, während wir der Meinung waren, es wäre der sauberste Bus in dem wir je auf ein Auswärtsspiel gefahren sind. Und dass man trinkenden Fußballfans nicht mit einem Pensionistenausflug vergleichen kann, müsste wohl jedem Chauffeur klar sein. Der Großteil von uns Bulldogs begab sich mit der Straßenbahn Richtung Innenstadt, wo wir auf viele österreichische Fans trafen, darunter Mitglieder der Pielachtaler, Oed Zeilern, Vikings Lask und einige Rohrbacher, die ebenfalls mit einem Bus anreisten. In einem Restaurant stärkten wir uns, wo einer der Hollabrunner wegen seines Alters allerdings keinen Alkohol bekam, so mussten wir für ihn einspringen. Nach einem weiteren Lokalwechsel ging es retour zum Stadion, wo Virus der ja per Flugzeug anreiste bereits wartete, und wir begaben uns in unseren Sektor.

Dort angekommen, brachten wir unser Transparent direkt über den Eingang zu unserem Sektor an, der mit 3000 Fans mehr als voll war, einige von ihnen waren allerdings vom Alkohol bereits schwer gezeichnet. Wenige Minuten nach Anpfiff vor den ca. 53000 Fans wurde jedoch klar, dass auf dem Fußballplatz wohl wenig bis gar nichts zu holen war, denn die Deutschen fielen über uns regelrecht her. Einige Fans bekamen das gar nicht so genau mit, denn sie bevorzugten ein Nickerchen, scheinbar war ihnen die lange Busfahrt doch zu anstrengend. Während dem Spiel wurde Virus auch noch aus dem Stadion geworfen, da er einem Österreicher helfen wollte, der Gegenstände in den deutschen Sektor schmiss. Virus wollte eigentlich nur vermitteln, doch er wurde gleich samt dem Randalierer der Polizei übergeben und aus dem Stadion befördert. Doch er schaffte es immerhin zurück in den Nebensektor und verfolgte da Spiel von dort weiter. Nach dem Lehrspiel, dass mit 6:2 an unser Nachbarland ging, machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Bus, wo wir unseren Frust gleich mit in Alkohol ertränkten und unsere Raucher wieder den Kampf mit dem Busfahrer und seinem Rauchverbot aufnahmen.

Durch den übermäßigen Alkoholkonsum ging es natürlich weit ruhiger zu als bei der Hinfahrt und es wurden weit weniger Pinkelpausen eingelegt. So ging es recht zügig durch die Nacht und wir lieferten Brot Bernd am späten Vormittag wieder in Wels ab und legten zu Mittag auf einer Raststation eine Mittagspause ein. Danach ging es direkt weiter nach Wien zum Horr-Stadion und anschließend gleich weiter nach Schützen. Gut angekommen wurden noch die letzten alkoholfreien Getränke ausgeladen, die beiden Busfahrer nach einer kurzen Nachbesprechung! verabschiedet und in unserem Gasthaus noch auf die turbulente Fahrt angestoßen.

Jörg/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2011

Weitere Fotos aus Deutschland findet ihr im Fotoarchiv

zurück zur Berichtübersicht