Ruch Chorzow : Austria Wien 1:3

29-30.07.2010 (Polen)
Dritte Europa-League Qualifikationsrunde und zweites
Auswärtsspiel unserer Austria wieder einmal in Polen. Nachdem wir Austria-Fans
in den letzten Jahren nicht nur gute
Erfahrungen in Polen gemacht haben, waren
diesmal nur wenige hartgesottene Fans bereit den Weg ins ostschlesische Chorzow
auf sich zu nehmen. Die Erlebnisse auf der Fahrt vor zwei Jahren nach Posen, als
unser Bus von einer Meute vermummter und bewaffneter polnischen Hooligans
angegriffen wurde, werden die meisten nicht so schnell vergessen. Da der
Hooligan-Überfall in der Szene immer noch nicht vergessen ist, fanden sich
etliche kampferprobte Alt-Austrianer bei der Abfahrt beim Horrstadion ein. Der
Bulldogs-Bus war mit über 40 Fans recht gut besetzt, darunter einige Legenden,
die zum Beispiel schon 1994 bei der mittlerweile legendären Zugfahrt nach
Maribor ihren Mann stellten. Mit von der Partie waren neben den Bulldogs noch
etliche Leute von den Austria-Fanclubs Unsterblich, Fanatics, Fedayn und
Commando Suff.
Die Fahrt durch Österreich und Tschechien verlief ohne
Probleme und ab der polnischen Grenze hieß es aufpassen, denn ein zweites Mal
wollten wir uns von den polnischen
„Freunden“ nicht überrumpeln lassen. Da Chorzow mitten in einem großen Ballungsraum liegt, gibt es in diesem Gebiet
etliche Mannschaften der ersten und zweiten polnischen Liga mit durchaus
motivierten Hooligans. Über Wodzislaw, Rybnik und Gliwice erreichten wir aber
ohne Feindkontakt das Stadion von Ruch Chorzow, wo der Austria-Mob von etlichen
Polizeikräften bereits empfangen wurde und sofort in den Gästesektor gebracht
wurde. Direkt beim Stadion konnten keine motivierten polnischen Fans gesichtet
werden und es blieb bis zum Anpfiff ruhig. In unserem Sektor hatten sich
insgesamt knapp einhundert Austrianer eingefunden, neben den Leuten des
Bulldogs-Busses noch eine zweite Busladung rund um die AV 99 sowie der
Atzgersdorf-Crew rund um Wudle und einigen Privatfahrern, die so wie die
Atzgersdorfer mit VW-Bus oder PKW angereist waren.
Das Spiel war noch gar nicht richtig angepfiffen, stand es
auch schon 1:0 für die Heimelf und ca. 9000 Ruch Chorzow Fans bejubelten ihre
Mannschaft. Aber nicht sehr lange,
denn fast postwendend gelang unseren Veilchen
der Ausgleich. Das wichtige Auswärtstor war somit gelungen und die violette
Mannschaft konnte nun befreit aufspielen. Angepeitscht von den Austria-Fans
übernahmen die Veilchen das Kommando und kamen nun zu etlichen Torchancen, da
sich die polnischen Verteidiger nicht gerade als sattelfest erwiesen. Von der
berüchtigten Stimmung der Ruch-Fans war an diesem Abend nichts zu bemerken, ein
paar Freunde der dritten Halbzeit sammelten sich zwar am Sektorrand, aber mehr
als zwanzig dubiose Gestalten waren nicht auszumachen. Dafür sorgten die
Austria-Kicker für gute Stimmung beim violetten Anhang, denn nach dem Ausgleich
spielte nur mehr unsere Mannschaft, der sogar noch weitere zwei Treffer zum
nicht unverdienten 3:1 Auswärtssieg gelang. Nach dem Schlusspfiff wurden unsere
Spieler noch am Zaun gefeiert und einige opferten auch ihre Spielerdress für die
mitgereisten Fans.
Nach dem Abklatschen mit den Spielern musste der
Austria-Mob noch einige Minuten im Gästesektor verbringen, bis die Polizei das
Gelände rund ums Stadion geräumt hatte.
Auf dem Weg zu den Bussen blieb alles
ruhig, von polnischen Hooligans war weit und breit nichts zu sehen. Ein
österreichischer Fanpolizist warnte uns aber trotzdem zur Vorsicht, denn vor dem
Spiel waren ca. 20 Autos mit irgendwelchen Hooligans einer Kleinstadt aus der
Nähe in und um Chorzow unterwegs um uns abzufangen. Da sie uns aber nicht fanden
und sie nicht ohne Erfolgserlebnis nach Hause fahren wollten, griffen die uns
unbekannten Hooligans eben vor dem Spiel die Fans von Ruch Chorzow an und
zettelten eine ordentliche Massenschlägerei direkt vor deren Stadion an! Mit
dieser Information in der Tasche und den Erfahrungen vom Lech Posen-Spiel sowie
den Gerüchten, dass die Rapid-Fans bei der Rückfahrt von der Litauen-Partie nur
eine Woche vorher ebenfalls in Polen von Jagelonia-Leuten abgepasst wurden,
konnte es ja noch eine lustige Heimfahrt werden. Bei jeder roten Ampel
erwarteten wir einen Angriff, doch obwohl wir sogar noch auf einer polnischen
Tankstelle einen Stopp einlegten, war von polnischen Chaoten weit und breit
nichts zu sehen.
Nach einer fünfeinhalb-stündigen Heimreise erreichten wir gegen 02.00Uhr wieder das Horrstadion und ein erlebnisreicher Tag war wieder einmal Geschichte. Danke allen motivierten Jungs und Mädels, die sich trotz der schlechten Polen-Erfahrungen auf den Weg nach Chorzow gemacht haben und die violette Farbe unserer Austria in Polen würdig vertreten haben.
Martin/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2010
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