Siroki Brijeg : Austria Wien 0:1
21-23.07.2010 (Bosnien-Herzegowina)
In der zweiten Europacuprunde der Saison 2009/2010wartete mit Siroki Brijeg nicht unbedingt ein schwerer Brocken. Doch nach dem eher mäßigen 2:2 vom Geister-Hinspiel (nach den Ausschreitungen vom Bilbao-Match) in Wien sah die Welt schon anders aus. Plötzlich waren wir Außenseiter und die größte Hoffnung vor der Reise nach Bosnien war fast schon, dass Siroki wegen einer Statutenänderung des nationalen Verbandes NSBIH (und alle weiteren bosnischen Vereine) aus allen Bewerben des Weltverbands FIFA und des Europa-Verbands UEFA ausgeschlossen werden würde. Somit wären wir kampflos eine Runde weitergekommen, doch da dieser Fall nicht eintrat, stand der Reise in den Süden von Bosnien nichts mehr im Wege.
Wie bei letzten Auswärtsfahrten üblich, organisierte wieder
einmal Reiseleiter Virus die Auswärtsfahrt nach Bosnien. Geplante Abfahrt war
am Mittwoch, dem 21.07.2010 um
20:00 Uhr vom Horrstadion mit dem Busunternehmen Joksi Reisen. So wollten wir
uns um ca 18:00 auf den Weg Richtung Wien machen. Doch da machte uns die Technik
einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund eines defekten Mähdreschers musste
unser ständiger Matchberichtverfasser Martin K. (weswegen der Matchbericht auch
fast ein Jahr Verspätung hat) die Fahrt auslassen. So machte sich aus Schützen
nur meine Wenigkeit (Andi mit y) und Dani auf den Weg Richtung Wien, Präsi Jörg
sowie Webmasta Mani mussten die Fahrt wegen Urlaubssperren streichen. Durch die
Probleme mit dem Mähdrescher verzögerte sich auch meine Abfahrt aus Schützen und
durch den Stress und die späte Abfahrt blieb das Bulldogs-Transparent in
Schützen liegen.
So fuhren knapp nach 20:00 Uhr nur einige wenige Bulldogs
mit nach Bosnien, unter anderem Standardfahrer Virus und Ingrid, Dani und ich,
zukünftiger Papa Karner sowie unser Anwalt, der jedoch die Fahrt mit dem
vollbesetzten Wudle VW-Bus bevorzugte. Von den Atzgis waren wie immer dabei
Wudle persönlich, eben unser Anwalt, Oliver, Heiko, Michl, da Schiefe und der
Führer. Die Frage nach der frühen Abfahrt um 20:00 stellen wir uns erst später,
denn immerhin waren es nicht mal 800km, die wir in der Nacht vor uns hatten.
Außerdem ging es von Wien nach Graz in Richtung Maribor recht zügig dahin, weder
der Grenzübergang nach Slowenien noch der spätere
Grenzübergang nach Kroatien hielten uns zeitlich auf. So ging es auf der
EU-Autobahn weiter ohne Probleme Richtung Zagreb. Die nächtliche Busfahrt
verlief im Großen und Ganzen ziemlich ruhig und mit ein paar wenigen Ausnahmen
auch ohne Komplikationen. Einer der Mitfahrer hatte besonderen Grund auf der
Fahrt zu feiern, verkündete er doch, dass er im Jahr 2011 Vater werden würde.
Reiseleiter Virus nahm dies scheinbar als Grund und betrank sich ebenfalls mit,
sodass er im Nachhinein bei den Recherchen zum Matchbericht keine Angaben zur
Auswärtsfahrt mehr machen konnte.
Einzige Aufregung auf der sonst eigentlich recht ruhigen
Fahrt lieferte ein anderer alkoholisierter Mitfahrer, zuerst stänkerte er noch
mit diversen Busgenossen, danach forderte er den Busfahrer auf, einen Unfall zu
bauen, versprach ihm er würde auch den Bus sprengen und nach dem Hinweis vom
Busfahrer sich doch selbst zu richten wollte er aus dem fahrenden Bus springen,
was ihm aber der Buslenker verwehrte indem er einfach die Tür nicht aufmachte.
So verging auch für den Fahrer die Zeit etwas schneller und es bestand keine
Gefahr für ihn, bei der doch sehr trostlosen Landschaft einzuschlafen. So ging
es recht flott dahin durch Kroatien hindurch bis runter nach Split und da man
laut
Aussage
des Busfahrers in Bosnien nichts mehr zu sehen hätte, beschlossen wir noch
einige Zeit in Kroatien zu verbringen und versuchten ans Meer zu gelangen. Doch
der Weg zum „Badeurlaub“ war schwieriger als gedacht, denn auf der Suche nach
einer berühmten Badepromenade mussten einige Mülltonnen und diverse andere
Hindernisse vom Beifahrer in den engen Gassen beseitigt werden. Dann ging es
weiter durch verwinkelte Sackgassen, wo wir schlussendlich über Äcker und Felder
umdrehen mussten und die Suche aufgaben. Daraufhin mache sich Virus zu Fuß auf
den Weg zum Meer und der Rest begab sich auf die Suche nach der nächsten Kneipe,
was sich um diese Uhrzeit, es war erst 6:00 Uhr in der Früh, als ziemlich
schwierig herausstellte. Deshalb ging es bald darauf weiter Richtung bosnischer
Grenze, die man jedoch nicht überquerte sondern kurz davor hielten wir noch
einmal um uns zu stärken, und trafen unsere Freunde aus Atzgersdorf bei einem
ausgiebigen Karlovacko-Bierfrühstück. Gut gestärkt ging es dann ca. 20km vor
Mostar gegen 10:00 Uhr über die bosnische Grenze, welche auch kein Hindernis
darstellte, wo wir dann nur mehr wenige Kilometer zu fahren hatten bis Brijeg.
In Brijeg angekommen ging es gleich ans Erkunden der Stadt,
die aber mit ihren paar Tausend Einwohnern nicht allzu viel zu bieten hatte: es
gab eine Pizzeria, 2 Kneipen, 1
Casino mit 2 Automaten und einem Roulettetisch sowie ein abbruchreifes, nicht
uefataugliches Stadion, welches nur über einige Serpentinen zu erreichen war und
auf einem Berg gebaut wurde. So blieben die meisten gleich direkt beim
Stadionwirten, denn bei den tropischen Temperaturen die in Brijeg herrschten
hatte ohnehin niemand groß Lust auf Sightseeingtour zu gehen. Sogar Virus blieb
in der Nähe und besichtigte diesmal keine umliegenden Stadien, sondern nur das
„weltberühmte“ Casino von Brijeg und legte dort auf einer Couch (vermutlich
wegen übermäßigen Alkoholkonsums) eine Pause ein. Der Rest vertrieb sich die
Zeit bis zum Anpfiff mit Bier und Pizza, während der kleine Wudle seinen
heißgelaufenen Kopf mit einer kalten Dusche aus dem Schlauch des Wirtsnachbarn
kühlen musste, der gerade seinen Pflanzen goss und den glühend heißen Asphalt
aufspritzte. Was der sich dabei wohl gedacht hat werden wir wohl nie erfahren….
Am frühen Nachmittag ging es dann schon Richtung Stadion,
da das Spiel schon um 18:00 Uhr vor knapp 5000 Fans angepfiffen wurde. Auf dem
Weg zum Stadion erfuhren
wir,
dass es im Stadion nichts zu trinken geben werde. Es war uns gerade einmal
gestattet pro Person 2 Getränke mit in den Sektor zu nehmen und das bei den
tropischen Temperaturen, die an diesem heißen Sommertag mitten im Juli in
Bosnien herrschten!! So nahmen einige 2 Wasserflaschen ins Stadioninnere, die
Mehrheit entschied sich aber doch für 2 kühle Blonde. Bei den geschätzten 40
Grad im auf unserer Seite nicht verfügbaren Schatten reichten die 2
mitgebrachten Getränke pro Person kaum bis zum Anpfiff. Und da wir mit der Hitze
und ohne Getränke
nicht schon genug zu kämpfen hatten, mussten wir hinter uns noch mitansehen, wie
in der Nachbarsvilla, die von unserem Sektor perfekt einsehbar war, einige
Kinder sich im hauseigenen Swimmingpool abkühlten. Zumindest Probleme mit dem
Transparent aufhängen hatten wir auf dieser Fahrt nicht, wurde das Transparent
ja in Schützen liegen gelassen. Zum Glück hatte Virus unsere großes Roland Linz
Bulldogs Fanposter mit, um unseren Rückkehrer zu huldigen und somit konnten wir
wenigstens das am Zaun anbringen. Insgesamt traten die Reise in den Süden von
Bosnien-Herzegowina nur 50 Austrianer an, unser Bus und der bereits erwähnte
Atzgersdorfer VW-Bus. Außer uns waren unter anderem noch die Fanclubs
Unsterblich, Fanatics, Fedayn, Boys, Bad Vöslau, Shaw und die Ü30 vertreten. In
der Halbzeit durften immerhin ein paar Austrianer das Stadion verlassen und
mehrere 6er Tragerl Wasser in den Sektor bringen, die dann unter uns Fans
verteilt wurden.
Nicht nur wir Fans spürten die unerträglichen Temperaturen,
auch die Spieler hatten damit zu kämpfen und das merkte man ihnen auch an. Vor
allem in der ersten Hälfte plätscherte das Spiel so vor sich hin und war kaum
anzusehen. Als Brijeg jedoch in der 45. Minuten an die Stange schoss, schien das
dem Spiel gutzutun. Beide Mannschaften
wachten ein wenig auf und konnten in den zweiten 45 Minuten zulegen. Nach einem
Veilchensieg sah es trotzdem lange nicht aus, vor allem nachdem Baumgartlinger
eine viertel Stunde vor Spielende wegen einer Notbremse nach vorangegangenem
Fehlpass ausgeschlossen wurde. Doch das Glück war auf der Seite der Austria und
Zlatko Junuzovic traf nach einem abgefälschten Freistoß 10 Minuten vor Spielende
zum 1:0 für unsere Austria. Damit war die Stimmung unter den wenigen
mitgereisten Fans natürlich hervorragend, wurde aber fast noch getrübt, doch
Brijeg traf in der 90. Minute zum Glück nur mehr Aluminium. So konnten nach
langen und heißen 90 Minuten die Spieler den Aufstieg gemeinsam mit uns Fans
feiern und warfen ihre Dressen als Dankeschön den mitgereisten Fans zu und so
kamen wir auch noch zum original Dress unseres Stürmes Tomas Jun.
Zufrieden mit dem Sieg und dem Aufstieg machten wir uns auf
den Weg zurück zu unserem Bus, mussten jedoch mitansehen wie unser Reiseleiter
von bosnischen Polizisten
abgeführt wurde, nachdem er ihnen in ihrer Landessprache auf Wiedersehen Bosnier
zugerufen hatte. Anschließend wurde er in einer „Geografie Stunde“ darüber
aufgeklärt, dass nach eigener Ansicht sie keine Bosnier seien, sondern Kroaten.
Ziemlich verwirrt wurde Virus daraufhin wieder in die Freiheit entlassen und wir
konnten unsere Heimreise antreten. Im Bus wurde zuerst der Kühlschrank gelehrt
und danach kehrte ziemlich bald Ruhe ein, die heißen Temperaturen und der
Wasser- oder Biermangel hatten doch bei einigen Spuren hinterlassen und somit
verlief die Heimfahrt noch ruhiger als die Hinfahrt und wir erreichten bereits
im Morgengrauen das Horrstadion und eine knappe Stunde später war auch für uns
die wohl heißeste Auswärtsfahrt des Jahres beendet.
Andy/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2010
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