Belgien - Österreich 4:4

11-13.10.2010 (Brüssel)

Am Montag, dem 11.10.2010, 4 Stunden vor der geplanten Abfahrt Richtung Belgien klingelte bei mir das Telefon. Der Grund des Anrufes war allerdings kein erfreulicher. Unsere beiden routinierten und erfahrenen Autofahrer Andi mit y und Matl, die schon so gut wie ganz Europa durchfahren haben, verkündeten uns eine Hiobsbotschaft. Bei ihrem Mähdrescher waren während der Arbeit Teile des Lüfterflügels abgebrochen und in den Kühler geflogen. Daher mussten sie aufgrund der anstehenden Sonnenblumenernte die Fahrt leider ausfallen lassen, da ja so ein Mähdrescher nicht ganz so einfach zu reparieren ist, wie ein Auto. Schnell musste ein Notfallplan her und so wurden kurzerhand Ingrid und Virus kontaktiert, welche sich beide als Autofahrer neben meiner Wenigkeit zur Verfügung stellten. Außerdem wurde spontan noch Wudle angerufen, der kurzerhand zusagte und somit war der Bulldogs-Bus doch noch mit 8 Mann besetzt. So trafen sich um 19 Uhr 6 Bulldogs beim Heurigen Krumpeck zur Abfahrt. Ingrid, Virus, Mani der Webmasta, Loci, Pauschi und ich waren pünktlich am Abfahrtsort. In den VW-Bus eingeladen wurden die berühmten harten Würstl, das dazugehörige Toastbrot, Bier, Radler und Wein in rauen Mengen und sicherheitshalber noch eine große Chili-Dose und zwei große Gulaschsuppen-Dosen, um auf der Fahrt weder zu verhungern noch zu verdursten. Außerdem brachte unser Loci noch 2 Flaschen Captain Morgan mit, eine für Webmasta Mani, der an diesem Tag ja Geburtstag hatte und sicherheitshalber noch eine zweite als Reserve.

Gut beladen ging die Fahrt mit Richtung Raststation Alland los, wo Wudle (bepackt mit 3 Billasackerl) schon auf uns wartete. In der Zwischenzeit ging Loci auf die Suche nach dem Gaskocher um später unsere Chili- und Gulaschdosen zu wärmen, doch wir mussten feststellen, dass nirgends im Bus einer zu finden war. Nach kurzem Telefonat mit Andi mit y und Dani war uns klar, dass der zum Kochen wichtige Gaskocher leider nicht den Weg in den Bulldogs-Bus gefunden hatte, sondern in Schützen liegen blieb. Somit war unsere gutes Chili aus der Dose oder eine leckere Gulaschsuppe wohl unnötig eingepackt. Auf dem Weg nach Wels zu unserem letzten Mitfahrer, der Atzgersdorfer Brot-Bernd oder auch von uns Bulldogs Bernd das Brot genannt, wurden in den hinteren Reihen des Bulldogs-Busses schon die Karten ausgepackt. Sie einigten sich nach einigen Diskussionen (Wudle wollte weder Pokern noch Schnapsen) auf „Hoppeln“, obwohl das Spiel dem Webmasta und Loci zur Gänze unbekannt war. Nach kurzer Erklärung ging es los und um nicht zu verdursten wurden nebenbei auch einige Biere geköpft. Bis Wels saß ich selbst am Steuer, ab Wels übernahm unser Virus den Bus, da seinem Wunsch Poker zu spielen nicht nachgekommen wurde und er nicht „mithoppeln“ wollte. Somit konnte unsere Ingrid auch reichlich Bier und andere Getränke zu sich nehmen, da sie nun als Fahrer nicht mehr einspringen musste. Nach einigen Aufwärmbieren wurden gegen Mitternacht dann auch die beiden Brüder Captain M. & C. Morgan geöffnet und fachmännisch „entsorgt“, was das Kartenspiel so stark beeinträchtigte, dass gegen Ende schon Ingrid die Karten für Loci übernehmen musste. Da der viele Alkohol bei manchen Mitfahrern schneller auf die Blase drückt als bei anderen, und der Autofahrer nicht immer gleich stehen bleiben kann, wurde von einem Mitfahrer mehrere Kaffeebecherl als Toilettenersatz missbraucht und durch das offene Fenster entsorgt. Gegen 3:00 morgens wurde es dann ruhig im Bulldogs-Bus, denn der Captain zeigte seine Wirkung.

Virus fuhr über Passau, Regensburg, Nürnberg, Frankfurt, Mainz, Koblenz und Aachen Richtung belgischer Grenze. Auf einer Raststation kaufte der wieder zum Leben erwachte Loci 2 Flaschen Wodka, um die 2 entsorgten Brüder zu ersetzen. Außerdem machten wir wieder einen Fahrerwechsel und ab da übernahm ich wieder selbst das Steuer. Die belgische EU-Grenze stellte kein Hindernis dar, und so ging es flott Richtung Brüssel. Da Loci nicht mehr müde war, gönnte er sich sicherheitshalber eine der beiden zuvor gekauften Flaschen Vodka, was kurz darauf bereits fatale Folgen hatte. Denn auf einer Raststation wurde er nach einer kurzen und sinnlosen Diskussion über ausgetauschte Handynummern mit Wudle von diesem aus dem Bulldogs-Bus befördert. Da er seiner Beine nicht mehr ganz Herr war blieb er ähnlich wie in Rumänien direkt neben dem VW-Bus kurz liegen um sich zu erholen. Wieder auf die Beine gekommen wollte er nur kurz die Toilette besuchen, aber als er nach 10 Minuten nicht zurück war, mussten wir uns auf die Suche nach ihm machen. Wir fanden in schlafend in einer zugesperrten Toilette. Unter lautem Gebrüll und durch Hilfe vom belgischen Tankstellenbesitzer, der half die versperrte Türe zu öffnen, konnten wir mit vereinten Kräften Loci zum Aufstehen „überreden“ und brachten ihn zurück zum Bus.

Über Lüttich ging es aber nicht direkt weiter nach Brüssel, sondern wir machten noch einen Abstecher in der für ihre berüchtigte Schlacht mit Napoleon aus dem Jahr 1815 bekannte Stadt Waterloo. Dort blieb Loci schlafend mit Wudle im Auto zurück während wir anderen die zahlreichen Souvenirshops erkunden wollten. Gratis geöffnet hatte nur einer der Shops, für alle anderen musste man bereits vor dem Eingang zahlen. Um auf den berühmten Hügel zu gelangen, von dem man die Schlacht von Waterloo überblicken hätte können, hätten wir aber ca. 20 Euro bezahlen müssen, was uns dann aber doch zuviel war. So machten wir nur ein Foto von dem Hügel und die Fahrt ging mit Virus als Fahrer weiter nach Brüssel, wo wir beim Anatomium stehen blieben, um ein Erinnerungsfoto mit unserem Transparent davon zu machen. Beim Öffnen der Heckklappe machten sich einige der mitgenommenen Weinflaschen selbstständig und gingen direkt auf der Straße zu Bruch. Somit machten wir nur schnell die Fotos des berühmten Kunstwerks von Brüssel und machten uns schnell aus dem Staub, um nicht für die vielen Scherben auf der belgischen Straße verantwortlich gemacht werden zu können.Wir fuhren direkt zum Stadion und stellten den Bus in der Nähe eines Eingangs ab und es ging direkt in die nächste Pizzeria um uns zu stärken. Wudle blieb gleich im Bulldogs-Bus um ein Nickerchen zu machen, da er aufgrund des zu geringen Alkoholkonsums seinerseits nicht genug geschlafen hatte in der Nacht und so diesen nachholen wollte, während Virus wieder mal alleine durch die Stadt tourte, um diverse Stadion für seine Homepage zu fotografieren. In der Pizzeria stieß noch der mit einem Billigflieger der Ryanair aus Bratislava angereiste Hannes zu uns. Nach dem Essen einer Salami-Pizza um ca. 13 Euro und einem Bier um angeblich 2 Euro gönnte sich unser Loci noch einen Grapa worauf seine Augen und sein Kopf wieder schwer wurden und er am Tisch rastete. Davon angesteckt wurden auch beim Webmasta die Augen für kurze Zeit schwer. Danach ging es für mich direkt zu Wudle in den VW-Bus um für die Heimfahrt fit zu sein, die anderen begaben sich Richtung Innenstadt auf eine Sightseeing-Tour, die der Webmasta und Loci jedoch schon bei der ersten U-Bahnstation beendeten und auch zurück in den Bus marschierten um doch noch mal vor dem Match zu rasten.

Gegen 18:00 trafen sich alle wieder beim VW-Bus, wo nun auch Wolferl „Lucky“ zu uns stieß, der die Fahrt alleine mit dem Zug in der Nacht davor angetreten war. Während wir noch vor dem Stadion beim Bulldogs-Bus beisammen standen, nutzte der eigentlich als Rückfahrer vorgesehene Virus die Zeit, um sich mit anderen Österreichfans zu betrinken. Gegen 19:30 machten wir uns auf den Weg ins Stadion, um unser Transparent aufzuhängen. Vorbei an einigen Sicherheitskontrollen gelangten wir ohne Probleme ins Stadion. Aus Platzmangel mussten wir unser Transparent aber vor dem Sektor auf der Laufbahn auflegen, da es auch nicht erlaubt war, ein Transparent direkt im Sektor auf den Sitzen oder Geländer anzubringen. Die Rieder und Linzer versuchten ihre Transparente an so einem Geländer aufzuhängen, was einen Ordner- und Polizeieinsatz zur Folge hatte. Sie konnten sich zwar nach langen Verhandlungen durchsetzen, jedoch standen vor diesen Geländern zu Spielbeginn natürlich auch Leute und so konnte man deren Transparente erst nicht sehen – also viel Wirbel um nichts. Außer uns Bulldogs und Atzgersdorfern waren noch einige weitere Fanclubs in Brüssel vertreten, zum Beispiel die Pielachtaler, Vikings, Oed-Zeillern, Patriots, TGS und sogar GAK-Anhänger.

Zum Spiel selbst könnte man wahrscheinlich noch viele Seiten schreiben, es war auf jeden Fall kein Spiel für schwache Nerven, denn es ging oft hin und her. Unsere Mannschaft zeigte sich von ihrer besten Seite und konnte einen Rückstand in eine 2:1 Führung umdrehen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich konnten unsere Burschen erneut in Führung gehen und hielten den 3:2 Vorsprung bis Pauli Scharner die Nerven durchgingen und er mit Rot vom Platz flog. Trotz einem Mann weniger hätten wir noch das 4:2 durch Arnautovic machen können oder sogar müssen, doch dieser „übersah“ eigensinnig den in der Mitte alleine frei stehenden Mayerhofer und verzog knapp am langen Eck. Es kam wie es kommen musste und so fingen wir uns knapp vor dem Ende noch den Ausgleich ein. In der 90. Minute gelang den Belgiern sogar noch das 4:3 und der Lärmpegel im Stadion war kaum noch zu übertreffen. Doch der kurz zuvor eingewechselte Martin Harnik konnte nach einem Konter noch zum mehr als verdienten 4:4 einnetzen, womit die Stimmung im österreichischen Sektor am Höhepunkt war. Vor lauter Freude kam unser nicht mehr ganz nüchterner Virus auf die Idee, den Zaun vor unserem Sektor zu erklimmen, doch alkoholbedingt übersah er jedoch die weit hinauf-stehenden rostigen Eisenspitzen und so musste er von den belgischen Sanitätern notversorgt werden.

Auf dem Weg zum Auto musste Virus sich noch den Weg durch Rieder Fans freikämpfen, wobei ein Rieder auch zu Boden ging. Um sicher zu gehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert nahm ich ihn persönlich in meine Obhut und wir geleiteten unseren nicht mehr fahrtüchtigen Ersatzfahrer zu unserem Auto. Dort verabschiedeten wir uns von Hannes, der die Nacht noch auf den Straßen von Belgien verbringen musste (ein Billig-Hotel für eine Nacht kostete weit über 100 Euro), da er erst am nächsten Tag seine Reise mit dem Flieger nach Madrid weiterging um dort noch weitere Fußballspiele zu sehen. Für Virus sprang der mit dem Zug angereiste Wolferl als Fahrer ein, mit dem wir dann eine unfreiwillige Stadtrundfahrt durch halb Brüssel unternehmen durften, die in einem riesigen Stau bei einer Autobahnbaustelle endete, was uns sicher 2 Stunden kostete. Noch dazu konnte Virus dem Druck der vielen Biere nicht mehr standhalten und musste mitten auf der Autobahn neben vorbeischleichenden LKW´s sein kleines Geschäft verrichten, wobei er sogar von einem osteuropäischen LKW-Fahrer dabei fotografiert wurde. Danach ging es recht zügig und ruhig über Aachen und Köln bis Frankfurt zum Bahnhof, wo unser eingesprungener Ersatzfahrer Wolferl – auf den am Abend ein schweres Tennismatch gegen seine Tochter wartete – die Fahrt alleine mit dem Zug fortsetzte, um sich für das harte Match zu schonen. So fuhr ich ab Frankfurt weiter bis nach Wels, wo wir Brot-Bernd absetzten und uns bei einer bekannten Fast-Food-Kette stärkten. Anschließend krönten wir King Wudle den 1. und setzten unsere Fahrt fort bis nach Alland, wo auf Wudle noch immer sein geliebter „Blitz-K. Bus“ wartete. Zu 6. ging die Fahrt weiter bis nach Mattersburg, wo wir Pauschi zu Hause absetzten und ohne weiteren Zwischenstopp heimwärts fuhren. Gegen 17:00 Uhr erreichten wir wieder Schützen, wo wieder einmal eine abwechslungsreiche Auswärtsfahrt zu Ende ging.

Jörg & Mani/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2010

Weitere Fotos aus Belgien  findet ihr im Fotoarchiv

zurück zur Berichtübersicht