Valerenga Oslo - Austria Wien 2:2

3-5.10.2007 (Norwegen)
Freitag, 31.August 12.00Uhr Mittag, UEFA-Cup Auslosung in Nyon in der Schweiz: Unsere Austria bekommt die norwegische Mannschaft Valerenga Oslo zugelost.
Freitag, 31.August früher Nachmittag in Österreich, etliche Austria-Fans sind bereits damit beschäftigt, günstige Flüge nach Oslo zu suchen.
Immer noch Freitag, 31.August später Abend, Virus, der den ganzen Nachmittag nach billigen Flugverbindungen von und nach Oslo gesucht hatte, ist schon wieder am Flughafen bei der Arbeit, und ich buche knapp vor Mitternacht für 6 Mann und 2 Frauen der Bulldogs unsere Flüge nach Oslo Torp um 217€ pro Person.
Mittwoch,
3.Oktober 20.00 Uhr, Parndorf, Treffpunkt der 8 Bulldogs und 3 Leuten der
Conny-Partie. Für einige Austria-Fans muss zur
Beruhigung die Schnaps-Bar von
Virus` Vater herhalten und nach ein paar Stamperl geht es mit zwei Fahrzeugen
über den Grenzübergang Kittsee zum Flughafen nach Bratislava, wo es planmäßig um
22.30 Uhr mit der Ryan-Air Richtung London Stansted weiter ging. Für die
Präsidentin der Conny-Partie war es das erste Mal, jetzt ist sie auch beim
Fliegen keine Jungfrau mehr. Gegen Mitternacht erreichten wir den Flughafen im
Norden von London und hatten nun einige Stunden Zeit bis zum Weiterflug nach
Oslo. Um diese Uhrzeit war am Flughafen nicht mehr allzu viel los, aber
Fußballfans aus ganz Europa trafen sich b
ei der letzten geöffneten Kneipe. Zwei
schottische Fans waren auf der Heimreise vom überraschenden 3:0 Auswärtssieg
ihrer Rangers beim französischen Meister Lyon. Mit den beiden saßen wir einige
Stunden zusammen, tranken gemeinsam einige Bier und erzählten uns gegenseitig
die Geschichten unserer Auswärtsfahrten der letzten Jahre. Dabei wurden wir
andauernd von einigen jugendlichen Hammarby-Fans aus Schweden beobachtet. Nach
einem kurzen Flughafenrundgang war klar, dass rund 40 schwedische Fans auf dem
Flughafen auf die Weiterreise nach Braga warteten, wo Sie am nächsten Tag auf
die Mannschaft von Roland Linz treffen sollten. Außerdem lungerte eine Gruppe
AEK Athen-Fans herum, die auf dem Weg zu den Dosen aus Salzburg war.
Nach einer kurzen
Nacht ging es um 06.30 Uhr wieder mit der Ryan-Air weiter nach Oslo-Torp, dem
Billig-Flieger Flughafen von Oslo. Mit dem Flughafen-Shuttlebus ging es um 20€
die restlichen 120km nach Oslo. Nach knapp 2-stündiger Fahrt erreichten wir
zu
Mittag die norwegische Hauptstadt. Als erstes wurde von uns das Hard-Rock-Cafe
heimgesucht. An der Bar bestellten wir die erste und zugleich auch letzte Runde
Bier, denn für ein großes Bier (immerhin 0,6L) wurden uns 76 NOK abgenommen.
Bei einem Wechselkurs von 1€ =7,33NOK, kostete das Bier also knapp über 10€!
Danach ging es zurück in die Fuzo, wo wir auf einige Dresdner und weitere
Austria-Fans trafen. Die Gruppe teilte sich aber wieder auf, und nach einem
verspäteten, aber umso teueren Mittagessen beim Burger King, ging es mit der
U-Bahn zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeit in Oslo. U-Bahn ist eher der
falsche Ausdruck, denn die Bahn führte auf einem obererdigen, kurvigen und
stetig ansteigenden Gleis in die hügelige Vorstadt. Nach 15 Stationen und einem
20-minütigen Fußmarsch erreichten wir den Holmenkolmen, das Mekka des nordischen Skisports. Vom Skispringen im Fernsehen kannte jeder von uns diese Anlage, aber
in der Natur zeigt sich erst die wahre Größe dieser Schanze. Bei diesem riesigen
Oval
kann sich wohl jeder vorstellen, dass hier im Winter beim Skispringen eine
super Stimmung herrschen muss. Nach einigen Erinnerungsfotos und einem kurzen
Gespräch mit einem amerikanischen Pensionisten, der einige von uns für
Skispringer hielt, ging es wieder retour zur U-Bahn Station. Nach einer kurzen
Irrfahrt durch den Osloer U-Bahn-Dschungel erwischten wir doch noch die richtige
Linie zum Ulleval-Stadion. Bei einem Billigmarkt an der Stadionecke deckten wir
uns noch mit einigen Sechser-Tragerl Bier um stolze 2€ pro Dose ein. Vor dem
Auswärtssektor trafen wir auf Dimmy, der aus meiner Ortschaft stammt und schon
seit einigen Monaten in Norwegen auf Montage ist. Er wies uns auf das strikte
Alkoholverbot im Freien hin und erzählte, dass zwei seiner Arbeitskollegen schon
einige Hundert Euro Strafe bezahlen mussten. Bevor wir noch das erste Bier
ausgetrunken hatten, war auch schon die übereifrige Polizei auf uns aufmerksam
geworden. Sie stellten uns vor eine schwierige Alternative: Ausleeren oder
zahlen! So richtig ernst haben wir dieses Angebot der Cops nicht genommen und
als wir unser Bier trotzdem austrinken wollten, wurde die Polizei regelrecht
hysterisch, da wir nicht ihre Anweisungen befolgten. Die Jungs, die nicht
schnell genug getrunken hatten, mussten das teure Bier vor den Augen der
Polizisten in den Kanal leeren. Nun war auch dieses Problem erledigt und wir
begaben uns ins Stadioninnere.
Im Auswärtssektor
trafen bis zum Spielbeginn rund 120 Veilchen, unter Ihnen einige Montage-Hackler
rund um unseren Dimmy,
ein. Wir Austrianer konnten lautstärke- und
stimmungsmäßig locker mit den nur knapp 4000 norwegischen Valerenga-Fans
mithalten. Für zwei Freunde der Pyrotechnik war schon zu Spielbeginn schluss mit
lustig. Beiden Jungs wurden von aufmerksamen Polizeibeamten das bei den Ordnern
vorbeigeschmuggelte Rauchpulver abgenommen und sie mussten das Stadion nach
wenigen Minuten schon wieder verlassen. Wie der Vater so der Sohn – z.B.
Sarajevo oder Amsterdam – das muss ganz einfach in den Genen liegen!
Zurück zum sportlichen, nach knapp 20 Minuten wurden die violetten Offensivbemühungen belohnt, als Sanel Kuljic das wichtige Auswärtstor erzielte. Nun war unsere Austria so gut fix in der Gruppenphase, denn die Norweger hätten jetzt bereits 4 Tore für den Aufstieg gebraucht. Unsere Veilchen mussten zwar noch zwei Gegentore hinnehmen, aber Acimovic netzte in der Nachspielzeit zum verdienten 2:2 Unentschieden ein. Mit dem Gesamtscore von 4:2 gegen Valerenga stieg die Austria als einziger österreichischer Verein bereits zum dritten Mal in den letzten 4 Jahren in die UEFA-Cup-Gruppenphase auf.
Nach dem Spiel
wurden die Austria-Spieler von den mitgereisten Fans noch minutenlang gefeiert,
und als die Kicker schon in der warmen Dusche standen, wurden nun die jungen,
naturblonden Putzfrauen umjubelt. Für die Mannschaftsflieger ging es zurück zum
Flughafen und für uns Bulldogs zurück in die Stadt. Nach der durchzechten Nacht
am Flughafen in Stansted standen wir nun vor der Entscheidung: eine zweite Nacht
durchmachen und saufen oder ein Hotelzimmer zu suchen. Da in Oslo ein
Hotelzimmer billiger kommt als ein teurer Rausch, entschieden wir uns für die
billigere Variante. Um nochmals zu sparen teilten wir uns zu elft vier
Doppelzimmer. Eine Gruppe um unseren Präsidenten testete noch das Osloer
Nachtleben, die Präsidentin der Conny-Partie testete mit ihren zwei Jungs das
Hotelbett. Gegen 02.30Uhr kamen auch die letzten drei Nachtschwärmer ins Hotel
retour. Ins Zimmer kam unser Präsident jedoch nicht mehr, da ihm im nicht mehr
ganz nüchternen Zustand seine Zimmerkarte in den Liftschacht viel. Oder es war
nur ein ganz einfacher Trick und er wollte vielleicht auch noch mit der Conny
kuscheln. Durch den Wirbel am Gang war bald der ganze Stock munter, aber kurze
Zeit später herrschte in allen Bulldogs-Zimmern wieder Ruhe. (was sich bei der
Conny-Partie abgespielt hat entzieht sich aber meiner Kenntnis!)
Bis zum Treffpunkt
um 08.00Uhr waren die Meisten wieder halbwegs fit und es ging mit dem Shuttlebus
retour zum Flughafen nach
Oslo-Torp. Dort konnte man bei den
Gratis-Internetkonsolen auf der Seite vom Duras Fritzl bereits die Fotos vom
Vortagesmatch betrachten. Außerm halbnackten Wudle gab es aber eh nicht viel zum
sehen. Nun ging es wieder einmal mit der Ryan-Air nach Mailand-Bergamo und nach
einem 90-minütigen Aufenthalt, den wir zum Anstellen zur Sicherheitskontrolle
verbrachten, in den Flieger nach Bratislava. Nachdem der „alte Karl“ am
Flughafen eine Glasscheibe übersah, und nur mit viel Mühe den Abtransport ins
Krankenhaus verhindern konnte, gab es an Bord schon wieder Wirbel um ihn. Virus
wollte seinen Rucksack zwischen den Sitzen verstauen, aber ein Stewart forderte
ihn auf, alle Gepäckstücke in die obere Ablage zu legen. Nun kam wieder der
„alte Karl“ ins Spiel und obwohl ihm diese Sache nichts anging ergriff er für
Virus Partei und begann den Stewart mit teilweise nicht druckreifen Worten zu
beschimpfen. Anscheinend hatte der Stewart schon einmal einen Wienerisch-Kurs
besucht und so war er recht schnell weg, kam aber auch schnell mit dem Captain
zurück. Dieser bereinigte recht schnell den Eklat und um 18.00Uhr landete unser
Flieger in Bratislava. Für Einige ging es gleich zurück nach Wien, für einen zum
Parndorf-Match gegen Bad Aussee und der Rest holte sich den besten Kepab
Österreichs vom Kletz.
Man kann uns jetzt in ganz Europa hören: Der Stolz von Österreich – die Austria Wien!
Martin/B.D. 92

BULLDOGS & CONNY-PARTIE ON EUROPEAN TOUR 2007
Weitere Fotos aus Oslo findet ihr im Fotoarchiv