Helsingborg IF - Austria Wien 3:0

28-30.11.2007 (Schweden)

Nachdem die Austria Valerenga Oslo eliminiert hatte und in die UEFA-Cup Gruppenphase aufgestiegen ist, stand das nächste Auswärtsspiel wieder in Skandinavien am Programm. Nach dem Norwegen-Trip  ging es jetzt also nach Helsingborg in Südschweden. Nach kurzem Überlegen war klar, dass es diesmal keine Flugreise sondern endlich wieder eine ordentliche Bulldogs-Busreise geben wird. Nachdem wir einige Angebote diverser Busunternehmen eingeholt hatten, war klar, dass diese Auswärtsfahrt in den Norden keine billige Angelegenheit wird. Doch zu unserem Glück haben wir ja auch noch Lupo in unserem Fanklub und unser „Jugo“ organisierte einen billigen Bus aus Serbien. Am Anfang war bei den meisten die Skepsis doch recht groß, aber so konnten wir die Fahrt nach Helsingborg schon um 100€ pro Person anbieten. Dadurch herrschte unter den Austria-Fans großes Interesse an der Fahrt und der Bus war im Nu mehr oder weniger ausgebucht.

Am Vorabend  des Helsingborg-Spiels trafen sich knapp 50 Austrianer um die Reise in den hohen Norden anzutreten. Als der „Jugo-Bus“ vor dem Cafe Violet eintraf, war sogar ich positiv überrascht, denn der Bus aus Serbien war ein nagelneuer  langer 3-Achser Reisebus mit 57 Sitzplätzen und hatte unter anderem eine Bordküche, Bordklo und DVD-Player an Bord. Auf die Reise machten sich an die 20 Bulldogs unterstützt von Leuten der Austria-Fanklubs Kampftrinker, Atzgersdorf, Gladiators, Kampfastllln, Fedayn, Violet Friends, Fischamend und, und, und…

Für ausreichend Getränke war gesorgt,der „alte Karl“ war als Bierverkäufer in seinem Element und konnte locker mit den anderen Austria-Fans mithalten, die teilweise über 50! Jahre jünger waren als unser violettes Urgestein. Nachdem wir auf die moderne Technik im Jugobus nicht vorbereitet waren, hatte natürlich keiner Cd`s oder DVD`s mit, doch zum Glück hatte einer von uns zufällig in seiner Tasche die CD mit den Schauplatz Aufnahmen vom Dnjepropetrovsk-Match 2004 dabei und so gab es eine interessante  und lustige  Filmvorführung mit Virus und dem alten Karl als Hauptdarsteller. Mittlerweile wurde das strikte Rauchverbot im Bus mit zweimal 50€ Trinkgeld für die beiden Busfahrer zur Gänze aufgehoben, und für einige ging es dadurch recht entspannt durch die erste Nacht. Wir passierten in der Nacht die deutschen Städte Nürnberg, Kassel und Hannover und am Morgen gegen halb acht ging es durch den Hamburger Elbetunnel  immer noch Richtung Norden. Die Grenze zu Dänemark stellte aufgrund des Schengener-Abkommens überhaupt keine Probleme dar und weiter ging die Fahrt durch das verregnete Dänemark. Nachdem wir Kopenhagen passiert hatten ging es nun über die gigantische Öresundbrücke nach Malmö in Schweden. Grenzkontrolle war wieder keine zu sehen und so hatten wir nur noch 60km nach Helsingborg, das wir um 15.30Uhr zeitgleich mit dem AV99-Bus erreichten. Geparkt wurden die Busse direkt beim Auswärtssektor des Stadions und die Fans verabschiedeten sich für einige Stunden in die Innenstadt.

Die paar Stunden Zeit bis zum Matchbeginn nützten die meisten Austrianer um sich mit schwedischem Bier zu stärken. In unserer Kneipe kostete 0,4l Bier für nordische Verhältnisse recht günstige 4€ und so hatte der Kellner jede Menge zu tun, stellte sich das Lokal zudem auch als Treffpunkt eines Helsingborg-Fanklubs heraus. Nun wurde im nicht mehr ganz nüchternen Zustand entweder gemeinsam gesungen oder jede Seite feuerte zur Abwechslung ihre eigene Mannschaft an. Die Zeit verging wie im Flug und wir machten uns eine knappe Stunde vor Spielbeginn auf den Weg zum Stadion. Von schwedischen Fans oder Hooligans war auf den Straßen nicht viel zu sehen und so begab sich der Austria-Pöbel ins Stadioninnere. Nachdem wir wieder einmal  spät dran waren, war der Auswärtssektor schon mit diversen Fanklub-Transparenten verhängt und für unser Bulldogs-Transparent nicht allzu viel Platz, aber wir fanden nach kurzer Diskussion noch einen akzeptablen Platz in der ersten Reihe für unser Transparent.

Knapp vor Spielbeginn gab es in unserem Sektor eine wilde Pyro-Show mit einigen Bengalen, die unseren Sektor ordentlich in Rauch verhüllten. Im schwedischen Fansektor gab es zu Spielbeginn eine halbherzige Band-Choreo, die aber optisch nichts Besonderes war. Zum Match selbst gibt es nicht allzu viel zu sagen, außer dass unsere Veilchen in der ersten Halbzeit einige hochkarätige Chancen auf den Führungstreffer teils stümperhaft vergaben. In der zweiten Halbzeit ging dann alles recht schnell und wir waren gleich nach einigen Minuten mit 1:0 im Rückstand. Danach ging bei der Austria in der Offensive gar nichts mehr und auch defensiv passierten einige Fehler und so waren wir mit dem 3:0 noch gut bedient. Dafür ging es im Auswärtssektor umso hektischer her. Nach einigen kleineren Rangeleien zwischen den Austria-Fans und den Ordnern musste während der zweiten Halbzeit ein paar Mal die Polizei den überforderten schwedischen Ordern zur Hilfe eilen, und konnte die Lage in unserem Sektor wieder schnell beruhigen. Als sich der Austria-Mob wieder einmal auf ein Gerangel mit den Ordnern und danach mit der Polizei einließ, und die Polizei mangels Alternativen mit den Feuerlöschern einigen  Austrianern ins Gesicht spritzte, wurde die Auseinandersetzung um einiges ruppiger, doch die Cops konnten aufgrund des Vorteiles der Pulverlöscher kurzzeitig die Oberhand behalten. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde  gleich danach die Polizei wieder mit Tritten, Fäusten und sogar mit Rucksäcken attackiert. Für die meisten beteiligten Austrianer endete die unfaire Auseinandersetzung recht glimpflich, einer hat jetzt halt den Spitznamen „Rucksack-Hooligan“, für einen anderen aber sollte sich die Video-Überwachung im Stadion als äußerst verhängnisvoll darstellen. Nicht nur das er zuerst von der Polizei von oben bis unten mit dem Löschpulver bearbeitet wurde, wurde er vor der Abfahrt  verhaftet und wegen Beteiligung a m Raufhandel  und angeblich wegen mehrfacher Morddrohung gegenüber Ordner und Polizisten festgenommen. Schöne Zustände sind das im hohen Norden – zuerst spritzt die Polizei wahllos mit ihren Feuerlöschern in die Menge der Fußballfans und danach wollen sie einen Betroffenen, der von den Haaren bis zu den Schuhen vom Löschpulver regelrecht weiß ist, noch eine Morddrohung anhängen.

Leider haben wir die Verhaftung von Snoopy nicht mitbekommen und die  Geschichte mit der Verhaftung erst wieder bei der Ankunft in Wien erfahren, sonst hätten wir sicher nicht gleich nach dem Match die Heimreise angetreten. Die Rückfahrt durch die zweite Nacht unserer Skandinavien-Reise verlief ganz ruhig, hatten die meisten Fans doch noch einiges an Schlafdefizit der vorigen Nacht aufzuholen und außerdem auch noch die bittere 3:0 Niederlage zu verkraften.

Gegen 18.30Uhr erreichten wir wieder das Horrstadion, in dem gerade unsere Amateure gegen die Jungs aus Lustenau antraten. Einige Hardcore-Fans ließen sich auch die zweite Halbzeit dieses Match nicht entgehen, der Rest verabschiedete sich von der anstrengenden Zwei-Tages Tour nach Hause.

Martin/B.D. 92

BULLDOGS MIT SERBISCHEM BUS ON EUROPEAN TOUR 2007

Weitere Fotos aus Helsingborg  findet ihr im Fotoarchiv

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