Costa Rica - Österreich 2:2
8-10.09.2006 (Schweiz, Genf)
(sinnlos in der Schweiz)
Für Anfang September war bei unserem Euro-Partner ein
Vier-Nationen-Turnier in Basel und Genf geplant. Außer uns sollten auch die
beiden mittel- bzw. südamerikanischen „Spitzenteams“ aus Costa Rica und
Venezuela die Fans in die Stadien locken. Eigentlich war die Fahrt in die
Schweiz nach der Auslosung der Bundesliga-Partien (am 9. September spielt die
Austria in Altach) als einwöchiger Bulldogs-Urlaub in der Schweiz und Vorarlberg
geplant, doch entweder bekamen die Leute keinen Urlaub oder sie hatten ganz
einfach kein Interesse. So entschieden wir uns nur für diesen Wochenendtrip nach
Genf zu Österreich – Costa Rica. Das Basel Match werden wir auslassen und am
nächsten Wochenende wird es eine Zugfahrt nach Altach geben. Nachdem Lacki den
neuen Bulldogs-Bus in Slowenien mit Kupplungsschaden stehen lassen musste,
konnte der Bus ja noch in Eigenregie in Schwung gebracht werden, aber ein paar
Wochen später kam dann das vorläufige Aus für unseren Bus: Diagnose:
Getriebeschaden! So war unser alter rot-weiß-roter Bus für die Fahrt in die
Schweiz vorgesehen, doch montags, fünf Tage vor der Abfahrt, rief mich unser
Sponsor Erich an und sagte er hätte einen VW-Bus um 2.500 Euro. Zwei Stunden
später und nach zehn Verhandlungen gehörte der Bus um 2.000 Euro uns. Nun wurde
noch die vordere Sitzreihe umgedreht, die hintere noch weiter nach hinten
versetzt, der Tisch eingebaut sowie Motoröl und Kühlflüssigkeit kontrolliert.
Nun konnte dem ersten Belastungstest in die Schweiz nach Genf (ca. 1.100 km pro
Strecke) nichts mehr im Wege stehen.
Freitagabends wartete der Großteil der VW-Bus Fans schon am
Westbahnhof. Wudle und Oliver mussten gleich direkt von einem
Swingercafe in der
Kaiserstrasse geholt werden. Danach ging es kurz in die Ladezone am Westbahnhof.
Dort wartete Wudles Transporter bis zu unserer Rückkehr auf eine Fracht aus
Rumänien, er schnappte sich kurz sein Handgepäck (Riesenpolster und zwei
Tschuschenkoffer vom Billa) dann ging es vor zum Bahnhofsplatz, wo bereits unser
„Rechtsanwalt“ Erich, der „Führer“ Gerhard sowie Thomas, Gunter und Günther
(Codename „Jugend am Werk“) auf die Abfahrt warteten. Mit dem vollbesetzten Bus
ging es ziemlich zügig Richtung München. Es wurde viel diskutiert und natürlich
auch alte Geschichten aufgewärmt, aber im Vergleich zu früheren Fahrten, wo z.B.
Stimmungskanonen wie Herzi oder Lacki mit waren, blieb es diesmal relativ ruhig.
Nachdem wir um 05.30 Uhr in Lustenau den Bus noch mit „billigem“
österreichischem Diesel voll getankt hatten, und die Leute sich zum Frühstück
mit LKS stärkten, ging es ohne Kontrolle über die Grenze in die Schweiz.
Am späten Vormittag erreichten wir bereits den Genfersee.
Wir mussten zuerst noch nach Nyon, wo im Spielerhotel „Beau Rivage“ die
von Wudle besorgten Freikarten hinterlegt waren. Obwohl Wudle nur acht Freikarten
bestellt hatte, konnte er noch eine zusätzlich ergattern. An dieser Stelle
möchte ich mich stellvertretend für unsere ganze Gruppe beim ÖFB für die Tickets
bedanken, denn so ersparten wir uns insgesamt 315 Euro (Kartenpreis 35 Euro pro
Person). Danach ging es an der UEFA-Zentrale in Nyon vorbei die letzen Kilometer
den Genfersee entlang Richtung Geneve. Spätestens jetzt merkten wir, dass wir im
französischen Teil der Schweiz waren, denn auf unsere deutschen Fragen nach dem
Stadion in Genf bekamen wir nur ratloses Schulterzucken. So musste ich mich mit
meinem nach einem „Französischjahr“ in der Schule angelernten Sprachkenntnissen
kurz wichtig machen. Auf meine Frage „Oue la Stade de Geneve?“ bekamen wir eine
zweiminütige Antwort und Beschreibung der Strecke, nur hat sie keiner von uns
verstanden. Von den hinteren Sitzreihen waren die Aussprüche: „Spüts kan Trottl!“
oder „Deits net ausländisch redn, waunts as eh net vastehts!“ die harmlosesten.
Nach ca. 20 Minuten Fahrt durch Genf erreichten wir auch schon das Stadion. Der
VW-Bus wurde in der Nähe geparkt.
Die Gruppe um die „Jugend am Werk“ begab sich in die City, Andi mit y und Oliver zum Stadionwirten, Wudle und ich versuchten im VW-Bus ein paar Stunden zu schlafen. Doch nach knapp zwei Stunden tauchten Andi und Oliver wieder beim Bus auf. Nun versuchten Andi und ich (die zwei Fahrer) noch ein wenig zu schlafen, denn wir sollten auch die zweite Nacht wieder durchfahren. Gegen 17.00 Uhr, an Schlaf war nicht mehr zu denken, trafen die Österreichfans vereinzelt beim Stadionwirten ein. Außer unserer Gruppe noch der Salzburgfan Matl aus Oed-Zeillern sowie einige Rapid-Tornados und zwei Tirolfans aus dem Bezirk Amstetten, die ebenfalls bei allen Länderspielen im Ausland vor Ort sind.
Bei der Kontrolle vor dem Stadion gab es danach das erste
Problem. Wir wollten, obwohl wir die teuersten Karten hatten, ebenfalls auf die
Tribüne hinter dem Tor. Die
normalen Ordner kamen unserem Wunsch erst nach, als
es der Obersecurity uns persönlich erlaubte. Kein Wunder! Denn im fast
ausverkauften Stadion könnten wir jemanden seinen Sitzplatz wegnehmen. Zuerst
wurden die Transparente am Zaun angebracht. Atzgersdorf, Bulldogs, Tornados,
Seidls und Oed-Zeillern; mehr hatten den Weg in die Westschweiz nicht geschafft.
Insgesamt waren wir im „Fansektor“ gezählte 17 Mann, eine Frau und 2 Kinder. Wer
vom ÖFB die Zustimmung zu diesem Turnier gegeben hat, dürfte spätestens zu
Spielbeginn im Erdboden versunken sein. Gerade mal 250 !!!!!!!!!!!! Zuschauer im
über 30.000 Fans fassenden EM-Stadion. Das Niveau des Spiels passte sich dem
Umfeld an. Die beiden ersten Treffen zum 1:1 fielen beide durch falsche
Elferpfiffe. Aber vielleicht hatte der Schiri Erbarmen mit der schwachen
Leistung beider Mannschaften und wollte zu einem Torerfolg beitragen.
Trotz des mäßigen Spiels hatten wir im „Fansektor“ eine recht ausgelassene Stimmung. „Sinnlos in die Schweiz“ bzw. „Stickler hupf´ in See“ waren die gefragtesten Schlachtrufe bei diesem echt sinnlosesten Ländermatch meiner über fünfzehnjährigen Fankarriere. Aber immerhin haben unsere Eintrittskarten seltenheitswert, denn ein offizielles Länderspiel vor nur 250 Zuschauern ist, glaube ich, in ganz Europa einigartig. Zum Sportlichen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer das Pepi Hickersberger es Roland Linz´s Doppelpack zu verdanken hat, dass er nach drei Niederlagen in Serie endlich ein Unentschieden als Teilerfolg verkaufen kann.
Für uns ging es nach dem Match gleich wieder auf die
Autobahn Richtung Heimat. Gegen halb vier erreichten wir österreichischen Boden
um diesen zwanzig Minuten später wieder Richtung Deutschland zu verlassen. Über
Memmingen und München erreichten wir um 7.00 Uhr sonntagmorgens Mondsee. Die
„Jugend am Werk“ frühstückte in der Raststation, der Rest gab dem
Tankstellenbuffet mit LKS den Vorzug. Die ersten Zeitungen wurden sich von den
Zeitungsständern ausgeborgt und in der neuen Zeitung „Österreich“ gab es bereits
am dritten Erscheinungstag im Sportteil eine Falschmeldung (siehe
anbei). In den
Bundesländerausgaben der etablierten Zeitungen war schon vor dem Match
Redaktionsschluss, und somit über das Geistermatch noch kein Bericht vorhanden.
Gegen 11.00 Uhr waren auch endlich die Palette und die Frachtpapiere aus Rumänien angekommen, und Wudle konnte mit seinem Transporter die Ladezone am Westbahnhof verlassen. Der Rest der Mannschaft wurde am Parkplatz vor dem Westbahnhof entsorgt. Andi mit y und ich wollte und noch ein Saftl vom Violet holen, dass aber wegen Reichtum geschlossen hatte. Mit den ersten 2.300 gefahrenen Kilometern hat unser neuer Bus die erste Auswärtsfahrt gut überstanden und so können die nächsten Europacup-Partien als Alternative auch mit dem neuen Bulldogs-Bus in Angriff genommen werden. Da Gunter sein Handy im Bus vergessen hatte, musste er es sich am Nachmittag aus dem Burgenland holen, und somit war das sinnlose Match in der Schweiz für Bulldogs, Atzgersdorf und „Jugend am Werk“ beendet.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2006
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