FC Nitra - Dnejpr Dnjepropetrovsk 2:1
2.07.2006 (Slowakei)
An und für sich wäre so ein „sinnloses“ UI-Cup Match vor den Toren Österreichs nichts besonderes, aber wir Bulldogs hatten vor knapp zwei Jahren leichte Probleme mit einigen Hooligans aus Dnjepropetrovsk. (siehe Matchbericht Dnjepropetrovsk – Austria)
Auf Grund dieser unfairen Aktion hatten wir schon damals
Rache geschworen. Auf dem Weg nach Nitra begab sich eine Gruppe rund um
den Austria Fanclub BULLDOGS. Die Abfahrt musste gleich einmal verschoben
werden, weil Virus noch auf dem Rückweg vom WM-Viertelfinalschlager England –
Portugal in Gelsenkirchen war. In der Zwischenzeit wurden noch einige Leute
organisiert. Der Erste musste erst aufgeweckt werden, obwohl es schon 14.00 Uhr
war. Ein anderer wurde mit dem Telefonanruf und den Worten „nimm deinen
Reisepass – in fünf Minuten wirst du abgeholt“ ebenfalls erst aufgeweckt. So
nebenbei gabelten wir einen noch vom Vortag leicht betrunkenen Rocker auf und so
begaben sich schließlich vierzehn schwerstens motivierte Leute Richtung
Slowakei.
Doch der Grenzübergang in Kittsee stellte sich als erstes
Problem dar. Der slowakische Grenzbeamte wollte, nachdem er die Reisepässe
bereits
kontrolliert hatte, unbedingt auch noch den Zulassungsschein unseres zwanzig
Jahre alten Bulldogs-Busses sehen. Nach langem Suchen und einem kurzen Telefonat
war klar, dass der gesuchte Zulassungsschein in der Tasche meiner Frau war. Den
ungewollten Aufenthalt an der Grenze nützten wir für eine längere Rauchpause.
Nachdem uns Petra den Zulassungsschein nachbrachte, durften wir endlich die
Fahrt fortsetzen. Bei der ersten Pinkelpause wurden wir schon von der
slowakischen Staatsgewalt beschattet. Die Vignettengebühr für die Autobahn wurde
trotzdem gespart. Nach einem kurzen technischen Halt, unser Rocker hatte
Probleme mit der schlechten slowakischen Luft, erreichten wir gegen siebzehn Uhr
Nitra. Ein Fußgeher wurde vom Straßenrand kurzerhand in den überfüllten
Bulldogs-Bus verfrachtet und er dirigierte uns direkt zum Stadion, dass wir ohne
seine Hilfe wohl nie gefunden hätten. Obwohl Virus behauptete, dass erst um
17.30 Uhr Spielbeginn wäre, stand es bei unserem Eintreffen schon 2:1 für die
Heimmannschaft. Um zwei Euro pro Person kamen alle vierzehn Mann unserer Truppe
ins Stadion, dessen beste Zeiten wohl auch schon einige Jahre zurückliegen. Aber
Bier gab es um äußerst fanfreundliche 50 Cent.
Nach längerem Suchen fanden wir auch einige VIP-Fans aus Dnjepropetrovsk, von ukrainischen Hooligans hingegen war weit und breit
nichts
zu sehen. Die Nitra-Fans versuchten von der Gegengeraden aus Stimmung zu machen, der
Funken sprang aber nie auf die gut gefüllte Haupttribüne über. Die
Anfeuerungsrufe der knapp zehn ukrainischen VIP-Fans wurden jedes Mal von uns
Bulldogs ausgepfiffen und somit sofort im Keim erstickt. Normalerweise hätten
wir die Dnjepr-Fans sowieso gleich angreifen müssen, aber wir sind im Gegensatz
zu vielen anderen faire Sportfreunde und so stimmten wir ihre Gesänge mit
„Bulldogs Austria“ Rufen nieder.
Durch unser lautes Auftreten wurden natürlich
auch die Nitra-Fans auf uns aufmerksam und beim Verlassen des Stadions warteten
bereits hinter der Haupttribüne fünfzig Hooligans auf uns. Die
Jungs hatten keine Ahnung wer wir sind und was wir dort eigentlich wollten. Doch
sie hatten doch einigen Respekt, denn wir wurden zwar beobachtet aber nicht
angegriffen. Wir versuchten mit den jugendlichen Hools ins Gespräch zu kommen,
was aber an den mangelnden Deutsch- und Englischkenntnissen der Slowaken beinahe
scheiterte. Die meisten Nitra-Hooligans wissen vermutlich bis heute nicht wer
wir sind und wen wir dort suchten. Auch die paar mitgereisten Dnjepr-Fans werden
unser lautstarkes Auftreten nicht so schnell vergessen und vielleicht kommt
eines Tages noch der Tag der Abrechnung!
Danke an alle mitgereisten Bulldogs und dem Rocker für den nicht alltäglichen Sonntagnachmittagsausflug!
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2006
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