Benfica Lissabon - Austria Wien 3:0
21-24.08.2006 (Portugal)
Nach der Europacupauslosung war wohl klar, dass der
Bulldogs-Bus eine wohlverdiente Pause bekommen würde, und wir mit dem Flugzeug
die 3.400 km nach Lissabon in Angriff nehmen werden. Das 4-Tagesangebot der
Austria schien uns auf jeden Fall zu teuer und der Tagesflieger um 445 € und
einer Mindestteilnehmerzahl von 180 Personen war bei dieser Preisgestaltung von
Anfang an zum Scheitern verurteilt. Nun glühten die Computer diverser
Bulldogs-Mitglieder um möglichst billige Flüge nach Lissabon zu finden. Um die
Urlaubstage so gering wie möglich zu halten, wurde von Anfang an eine relativ
kurze Reisedauer eingeplant. Doch um an den halbwegs günstigen Flugpreis von 335
€ der KLM über Amsterdam nach Lissabon zu kommen, musste ein Wochenendtag dabei
sein, da sich ansonsten der Preis fast verdoppelte.
Insgesamt trafen sich sechs Leute der Bulldogs Sonntagnachmittag am Flughafen Wien-Schwechat. Wie eigentlich immer waren Jörg, Ingrid, Virus, Andi mit y, „Rechtsanwalt“ Erich und ich mit von der Partie .Am Flughafen trafen wir noch Bernhard bei seiner Arbeit, bei der er auch uns ordentlich durchcheckte, aber trotzdem nichts Verdächtiges fand.
Der KLM Cityhopper nach Amsterdam war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die knapp vier Stunden Aufenthalt am Flughafen Shipol verbrachten wir zur größten Zeit beim Burger King. Danach ging es im wieder überfüllten Flieger weiter nach Lissabon, wo wir gegen 23.00 Uhr ankamen. Gleich darauf ging es mit dem Taxi zum bereits im Internet gebuchten Hotel. Obwohl die Fahrt vom Flughafen in die City für Portugiesen nur ca. 8-10 € kostet, nahm uns der korrupte Taxler über 26 € ab und machte danach vermutlich Feierabend. Wir schmissen unsere Rucksäcke in die Hotelzimmer und begaben uns zum nächsten Wirt´n, wo wir uns noch einige Bierchen gönnten.
Nach kurzem Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück, den
Deutschen am Nebentisch wurde noch Schinken und Brötchen entwendet,
ging
es gemeinsam zu Fuß in die City. Am Rio Tejo machten wir kurz Pause und
beobachteten eine Autofähre beim Auslaufen. Da wussten wir aber noch nicht, dass
Gunther, Gerhard und Wudle an Bord waren um den Fluss zu übersetzen. Als mich
Wudle zwei Minuten später anrief, konnten wir die Fähre noch deutlich sehen. Um
72 Cent kauften auch wir uns eine Karte und fuhren ebenfalls ans andere Ufer.
Gerhard und Gunther waren bereits Richtung Jesus-Statue unterwegs. Wudle wartete
im Hafen auf uns und danach ging es direkt in die erste Hafenkneipe. Dort gab es
günstiges Bier und Cola-Wein, sodass wir dort gleich einige Stunden verbrachten.
Kurz vor der Rückfahrt begab sich auch Virus auf den Weg zu der berühmten
Statue. Wir begaben uns per Autofähre zurück nach Lissabon ins „dreckige
Viertel“ (© Copyright by Wudle), dass er uns unbedingt zeigen wollte. Mit der
Straßenbahnlinie 28, einer fensterlosen museumsreifen Straßenbahn ging es ca. 30
Minuten durch enge, steile Gassen durch ein heruntergekommenes Viertel in
Lissabon. Bei der Endstation waren es noch zwei Straßen zum berüchtigten
“dreckigen Viertel“, wo selbst bei Tageslicht Prostitution und Drogenhandel zur
Tagesordnung gehören. Am Anfang und am Ende der Straße patrouillieren zwar
Polizisten, von denen sich die Halb- und Unterwelt Lissabons aber nicht
abschrecken lassen. In der Nacht ist es sicher ratsam, dieses „dreckige Viertel“
zu meiden.
Danach teilte sich unsere Gruppe auf. Einige begaben sich
zum Abschlusstraining der Austria, die
anderen zum internationalen
Freundschaftsmatch anlässlich der 100-Jahr-Feier Sportings zum Match gegen den
am grünen Tisch erkorenen, italienischen Meisters Inter Mailand. Obwohl uns
bereits im Vorfeld von einem ausverkauften Haus berichtet wurde, waren die
Fanschlangen an den Verkaufsschaltern doch recht lang. Doch nur unserem
Rechtsanwalt war die Matchkarte 65 € für dieses Match wert. Der Rest begab sich
auf eine Runde ums Stadion, um eventuell eine günstige Möglichkeit zu finden, um
doch noch ins fast ausverkaufte Stadion zu kommen. Obwohl wir das Spiel an der
Würstelbude nur im Fernsehen verfolgten, ist das Stadion ein ordentlicher
Gebäudekomplex mit integriertem Fanshop, Eissalon, Restaurants, Pubs und sogar
einem Kino.
Danach ging es per U-Bahn zurück in die City und wir
entdeckten das Hard Rock Cafe. Dort verbrachten wir die Zeit bei Bier und sehr
guter Live-Musik bis zur Sperrstunde um 03.00 Uhr. Auf dem Weg zum Hotel kamen
wir noch bei unserem Stammwirt´n vorbei
und da dieser ebenfalls bald Sperrstunde hatte, bestellten wir uns alle ein
großes Bier. Der Kellner meinte es recht gut mit uns und brachte uns allen ein
Maß Bier. Gegen 04.30 Uhr ging es endlich ins Hotel um die kurze Nacht auch noch
zum Schlafen zu nützen.
Nach dem Frühstück beschlossen wir auf die zwei
Atzgersdorfer, Martin und Thomas, die erst am Matchtag zu Mittag via Zürich nach
Lissabon gekommen sind, im Hotelzimmer zu warten, denn wir hatten ihnen ein
Zimmer in unserem Hotel reserviert. Nachdem die Rezeption das zweite Mal bei
Virus angerufen hatte, wir sollten unsere Zimmer endlich räumen, da die neuen
Gäste ihre Zimmer bereits beziehen wollten, klärte sich das Geschehen rasch auf.
„Da Schiefe“ und Thomas standen bereits bei der Rezeption und bekamen ein von
uns geräumtes Zimmer. So konnten wir unsere Rucksäcke gleich liegen lassen um
sie nach dem Match wieder zu holen. Mit den Atzgersdorfern ging es wieder in das
Hard Rock Cafe, das bereits von einigen Austrianern eingenommen war. Gemeinsam
mit den Leuten von Viola Rum verbrachten
wir
hier den Nachmittag bis zum Spielbeginn. Danach ging es per U-Bahn ins
Benfica-Stadion, das bereits von tausenden Fans bevölkert war. Der
Auswärtssektor war diesmal zweigeteilt, die Leute vom Viertages-Angebot im
zweiten Rang schräg über uns, und die „echten“ Fans unten in der Kurve.
Transparente aufhängen am Zaun war nicht möglich, sodass diese auf den Sitzen
provisorisch befestigt wurden. Bis zu Spielbeginn trafen sich 50 Fans in unserem
Sektor und bis zu 70 Austrianer im zweiten Rang ein. Außer uns Bulldogs waren
noch Altspatzen, Bad Vöslau, Boys Viola, je ein Fan von Fedayn und Fanatics,
sowie etliche Fanclublose vertreten.
Auch die Anreise der Austrianer war recht unterschiedlich. Über Köln, Brüssel, Zürich, Paris und Amsterdam, also über halb Europa schafften es einige Veilchen auf eigene Faust bis nach Lissabon. Das Match war zum Vergessen, zu überlegen waren die Portugiesen. Die Klasse eines Nuno Gomez oder Rui Costa erreicht halt keiner unseres Teams. Und so waren wir mit dem 3:0 noch gut bedient und wenn wir ehrlich sind, haben wir mit diesen Leistungen in der Champions-League ohnehin nichts verloren.
Nach dem Schlusspfiff hatten wir noch vier Stunden bis zu
unserem Rückflug nach Amsterdam. Obwohl das Benfica-Stadion in der Nähe einer
U-Bahn Station liegt, müssen alle Fans noch unter einer Autobahnbrücke durch.
Bei über 60.000 Fans kann sich wohl
jeder vorstellen, welche Menschenmassen nach dem Schlusspfiff Richtung U-Bahn
unterwegs sind. Mit den beiden Atzgersdorfern ging es zurück ins Hotel um unsere
Taschen zu holen. Alleine Virus schaffte diesen Weg wieder nicht. Nachdem die
anderen Bulldogs-Mitglieder meinten, er sollte sich seine Tasche selber holen,
war ich als Einziger in der Gruppe dafür seinen Rucksack mitzunehmen, da
ansonsten „der Schiefe“ oder Thomas das Vergnügen gehabt hätten, die Tasche von
Virus am nächsten Tag mit nach Hause zu nehmen. Nach einem Abschiedsbier beim
Stammwirten ging es per Taxi um ausländerfreundliche acht Euro zum Flughafen, wo
Virus bereits wartete. Auf genaue Einzelheiten die danach folgten möchte ich gar
nicht eingehen, nur dachte ich
mir, dass ein erwachsener Fan mit 22 Jahren mit
berechtigter Kritik besser umgehen kann als nur zu trotzen. Der Rest ist auf der
Homepage fussballvirus.at nachzulesen.
Wir vom Austria-Fanclub BULLDOGS haben mit dieser im Nachhinein gesehen sicher unnötigen Aktion einen der zurzeit besten Fans der Austria, wenn nicht sogar Österreichs verloren. Die Tür wird für Virus immer offen stehen, er muss den ersten Schritt nur selber machen.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2006
Weitere Fotos aus Lissabon findet ihr im Fotoarchiv!