Dynamocup in Dresden

Dynamo Dresden - Austria Wien 2:2

FK Teplice - Austria Wien 8:4

7-9.01.2006 (Deutschland)

Normalerweise sind wir Bulldogs zu solchen Matches immer selbst mit dem Bulldogs-Bus gefahren, weil aber diesmal von den Altspatzen und den Fanatics gemeinsam ein Bus nach Dresden organisiert wurde, schlossen wir uns der Gruppe an. Nachdem wir am Nachmittag ein schweres Hallenturnier beim Jacky-Team gespielt hatten, trafen wir uns Samstag abends beim Horrstadion gemeinsam mit anderen reisefreudigen Austrianer und drei ordentlich Überstunden- schreibenden Fancops zur Abfahrt nach Dresden.

Für den „Buam“ von den Bastards war die Reise schon am Parkplatz des Horrstadions zu Ende, da er seinen Reisepass sicherheitshalber gleich zu Hause lies, und er das Risiko eines vierfachen illegalen Grenzübertrittes nicht eingehen wollte. Nachdem von 48 angemeldeten Fans gerade mal 30 Leute zur Abfahrt erschienen ( drei Fans aber auch drei Fanpolizisten kamen noch unangemeldet dazu), begaben sich 33 Austrianer mit dem Bus Richtung tschechische Grenze. Neben „Virus“, Erich, Andi und mir von den Bulldogs waren noch Leute von den Bastards, Fedayn, Y.G. und den Achtzigern mit von der Partie. Im Bus zeigte Bertl von den Altspatzen Videos aus den frühen 90er Jahren. Interessant waren dabei vor allem Aufnahmen vom Discozug nach Salzburg aus dem Jahr 1994. Für uns älteren Fans haben diese Videos fast Kultstatus, weil wir damals schon alle mit von der Partie waren und in den Discozügen nach Salzburg immer die Hölle abging. (Legendärer Zwischenstopp in Linz inbegriffen)

Gegen drei Uhr Früh, im Bus wurde es schon verdächtig ruhig, erreichten wir Teplice, die letzte größere Stadt vor der deutschen Grenze. Viele werden jetzt sagen nichts besonderes, aber wer diese Strecke einmal in den 90er Jahren gefahren ist, der weiß was jetzt kommt. Früher gab es hier auf der berühmt berüchtigten E 55 zwischen Teplice und Dubi den längsten Straßenstrich Europas. Auch heute gibt es in Dubi noch etliche Nachtlokale, und da wir nur noch ca. 100km nach Dresden hatten und wir sehr gut in der Zeit lagen, beschlossen wir einstimmig einen Halt. Die leicht bekleideten Mädels staunten nicht schlecht, als der Austria-Mob die Nachtlokale stürmte. Die meisten Veilchen begnügten sich an der Bar, wo das Bier sehr fanfreundliche zwei Euro kostete. Einige nahmen auch das 40 Euro Angebot für eine halbe Stunde in Anspruch – aus Datenschutzgründen werden natürlich keine Einzelheiten genannt.

Nach einer Stunde feucht-fröhlichem Aufenthalt, auch die tschechische Polizei schaute kurz bei unserem Bus vorbei, ging es über das verschneite Erzgebirge Richtung Deutschland. An der Grenze zur Bundesrepublik wurden wir von einem übermotivierten deutschen Grenzbeamten, der sich in unseren Bus verirrte, einzeln kontrolliert. Aber auch diese Hürde meisterten wir ohne größere Probleme und so erreichten wir gegen 06.00Uhr Dresden. Einige suchten vergeblich das Nachtleben, die meisten versuchten ebenfalls vergeblich im Bus halbwegs zu schlafen. Um 08.00Uhr ging es mit dem Bus in die Dresdner City.

Nun teilte sich die Busladung in viele kleine Gruppen auf. „Schneider“ von den Bastards, Andi und ich suchten in der Altstadt vergeblich nach einem geöffneten Lokal. Nach einer kurzen Sightseeing-Tour fanden wir einen Mäci, bei dem wir gleich ordentlich und vitaminreich frühstückten. Auch danach fanden wir keinen geöffneten Wirtn und so setzten wir uns in die nächste Straßenbahn. Vorbei an äußerst desolaten Plattenbauten und am ebenfalls renovierbedürftigen Dresdner Fußballstadion ging es Richtung Vorstadt bis zur Endstation. Dort (ich glaube der Name war Tscheltow – oder so ähnlich) gab es zum Glück eine geöffnete Sporthalle mit einer Bar, an der wir den ganzen Vormittag bei 0,3 Liter Bier um 1,50 Euro verbrachten.

 Danach ging es mit den Öffis zurück in die Stadt und gleich danach mit einigen Dresden-Fans Richtung Messehalle, wo der Dynamocup 2006 stattfand. Teilnehmende Mannschaften waren neben den von Filip Sebo verstärkten Austria-Amateuren der Gastgeber Dynamo Dresden und der tschechische Europacupvertreter Teplice in unserer Gruppe. In der anderen Gruppe kämpften MSV Duisburg, Carl Zeiss Jena und der Chemnitzer FC um den Finaleinzug. Außer den ca.4.500 Heimfans sorgten nur knapp über 40 Austrianer (Bad Vöslauer und Austria Fanclub Pescara waren mit dem Pkw , einige andere mit dem Zug angereist) für gute Stimmung in der zu 3-viertel gefüllten Halle. Aus Jena waren gerade mal gezählte 11 Mann und eine Frau angereist, die Fans vom MSV und vom CFC blieben überhaupt gleich zuhause und schauten daheim im DSF. Beim dritten Spiel an diesem Turniertag stiegen auch unsere Amateure ins Geschehen ein. Für unsere Jungs ging es gleich gegen die Gastgeber aus Dresden. Obwohl wir zahlenmäßig gegenüber den Dresdner Fans klar unterlegen waren, konnten wir stimmungsmäßig locker mit den Deutschen mithalten. Angefeuert von einem motivierten violetten Fanblock führte der Austria-Nachwuchs recht schnell mit 2:0. Doch knapp eineinhalb Minuten vor dem Ende musste Sebo nach einer unnötigen blauen Karte vom Feld und der Dynamo-Mannschaft gelang in den letzten 45 Sekunden der nicht mehr erwartete Ausgleich. Nun war natürlich auf der Dresdner Seite die Hölle los und die Fans träumten schon vom Finale. Das nächste Spiel bestritten dann unsere Amateure gegen den FK Teplice. Der Sieger aus dieser Partie sollte mit Dynamo Dresden aus unserer Gruppe im Turnier bleiben. Obwohl etliche Dresdner Fans uns in unserem Sektor lautstark unterstützten, sollte es nach einem spannenden und torreichen Spiel für unsere Austria nicht reichen und wir schieden nach einem Unentschieden und einer Niederlage schon in der Vorrunde aus diesem Turnier aus.

Die meisten Austrianer unterstützten danach gemeinsam mit den heimischen Fans in deren Fansektor Dynamo Dresden, das erst im Finale im  Penaltyschießen an Teplice scheiterte. Eine kleine Gruppe von Austrianer verbrachte hingegen den Rest des Abends in der Vorhalle beim Bierstand. Bulldogs, Fedayn und ein Bastard sorgten am „Radeberger-Stand“ für ausgelassene Stimmung. Einige Deutsche Krimineser wurden von unserem Fancapo auf uns angesetzt und ließen uns danach nicht mehr aus den Augen und wir bedankten uns dafür mit „Winke-Winke-Winke-Winke-Mann Schlachtgesängen in Richtung der uns observierenden Polizisten. Nach drei Stunden Kampfsaufen, einige waren schon ordentlich angeschlagen, begleiteten uns die Polizisten zum Busparkplatz.

Um 21.00Uhr ging es im Bus retour Richtung Österreich. Gegen 04.00Uhr erreichten wir wieder das Horrstadion. Nach äußerst kurzem Schlaf ging es am Morgen wieder sofort zur Arbeit. Wie man sieht ist das Leben als Austria-Fan nicht leicht, wenn man nach nur vier Stunden Schlaf aus den letzten zwei Nächten wieder seinen Job antritt.

 Zehn Jahre nach der Zugreise zum Hallenturnier im polnischen Danzig war dieser Hallenevent sicher ebenfalls eine Reise wert, auch weil die Fanatics ihre Freundschaft mit einer Dresdner Fangruppe aus Bautzen weiterhin intensiviert haben. Auch bei der Austria dürfte der Generationswechsel schön langsam vollzogen werden, denn außer uns Bulldogs, den Altspatzen und ein paar Jungs von den Achtzigern war kein einziger „alter“ Fanklub in Dresden live vor Ort vertreten!    

Martin/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2006

Weitere Fotos vom Dynamocup in Dresden findet ihr im Fotoarchiv

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