Ajax Amsterdam - Austria Wien 3:0

1-3.11.2006 (Holland)

Nach der 1:4 Heimpleite gegen Waregem war bereits das zweite Spiel in der Gruppenphase im UEFA-Cup eine Art Schicksalsspiel für unsere Austria – noch dazu auswärts gegen die ehemalige europäische Spitzenmannschaft Ajax Amsterdam. Bei einer neuerlichen Niederlage wäre das Erreichen eines der ersten drei Plätze in der Gruppe, die den Aufstieg bedeuten würden, in weite Ferne gerückt. Das Interesse des Austria-Anhangs für dieses Spiel war aber trotzdem enorm. Die ersten 700 angeforderten Tickets waren bereits in den ersten Tagen ausverkauft.

Gemeinsam mit dem Austria-Fanklub A.V.99 organisierten wir Bulldogs einen 80-sitzigen Luxusstockbus der Firma Blaguss für den Amsterdam-Trip. Abfahrt war wie immer im 3.Bezirk vom Cafe Violet. Bis auf den „Albaner“, der wohl in nächster Zeit nicht mehr so oft zur Austria kommen wird, kamen alle 78 angemeldeten Fans pünktlich zum Treffpunkt. Beim Einsteigen überlegte es sich Lacki anders und blieb zu Hause. Seine Ausrede, er bekomme in dem Bus Platzangst, können wir nicht gelten lassen, organisierte doch gerade er mit seinen damaligen Kumpeln von Circle Simmering im Jahr 1992 einen Stockbus nach Brügge und verkaufte damals 102 Fans Karten bei 96 Sitzplätzen! (Für 6 Fans Stehplatz von Wien bis Brügge und retour!) Seine Matchkarte für die Ajax-ArenA schenkte Lacki einem gewissen Manfred K. Da Lacki auch die Busfahrt schon bezahlt hatte, sollte eben dieser Manfred K. statt ihm die Reise nach Amsterdam antreten. Doch die A.V.99 weigerten sich den ehemaligen Hooligan-Führer Manfred K. mitzunehmen, da er in nicht mehr nüchternen Zustand vor einiger Zeit in Graz den Busfahrer vom A.V.99-Bus würgte, weil ihm dieser nach mehrmaliger Aufforderung nicht die Türe öffnete.

Außer Bulldogs und A.V.99, die den Großteil der Fans stellten, waren auch noch Leute rund um die Austria-Fanclubs Gladiators, Viola-Rum, Atzgersdorf, Fischamend und der „Conny-Partie“ mit an Bord.

Musikanlage, DVD-Player und Tische zum Kartenspielen verkürzten genauso wie teilweise übermäßiger Alkoholkonsum die Fahrt. Insgesamt wurden 13 Paletten Bier, 8 Paletten Radler, 140 Flaschen Eristoff-Ice und ca.200 0,5Liter Flaschen Cola-Wein und Almdudler-Wein fachmännisch entsorgt. Einige Fans hatten mit der großen Alkoholmenge so ihre Probleme und ließen sich so manche Sachen noch einmal durch den Kopf gehen. Auch ein junger Fan der A.V.99, vom Alkohol schwer beeinträchtigt, kotzte ohne Vorwarnung „Loci“ auf den Ärmel. Mit den Worten: „Speib deine eigenen Leute an“ gab Loci dem Betrunkenen mit dem Ellbogen einen ordentlichen Stoß. Der Besoffene hat das aber gar nicht mehr so richtig mitbekommen und kotzte den Rest in den schnellstens herbei geholten Mistkübel.

Nach 16-stündiger Busfahrt, die von ungefähr 15 Pinkelpausen unterbrochen werden musste, erreichten wir um 11.00Uhr vormittags die holländische Kult-Stadt. Einige konnten es gar nicht mehr erwarten, die ersten holländischen Spezialitäten zu genießen. Den 7-stündigen Aufenthalt in der Amsterdamer Innenstadt verbrachten die meisten Austrianer in den bekannten Vierteln der Altstadt. Kneipen, Coffee Shops und Sexshops prägten das Stadtbild in den engen Gassen. An jeder Straßenecke wurde uns von jungen Schwarzafrikanern diverse illegale Sachen zu recht günstigen Preisen angeboten. Die Meisten blieben aber beim legalen Bier, das in den Kneipen um 2,50€ pro 0,25l angeboten wurde.   

Um 18.00Uhr trafen wir uns wieder beim Busparkplatz in der City. Mit der Polizeieskorte ging es im dichten Abendverkehr Richtung Stadion, das am Stadtrand neben einer Autobahn liegt.  Die Eingangskontrollen stellten kein Problem dar, nur die „Stärkeren“ unter den Fans, wie Wudle, Harakiri oder Wurstsemmel-Peter hatten leichte Probleme das enge Drehkreuz zu passieren. Damit war aber noch nicht alles geschafft, denn bis zum Erreichen des Auswärtssektors mussten noch unendlich viele steile Stufen bewältigt werden. Den gigantischen Anblick auf die geschlossene ArenA konnten wir nur kurz genießen, mussten wir doch unter schwersten Umständen unser Transparent vor dem Sektor aufhängen. Bis zum Spielbeginn füllte sich das Stadion mit ca. 35.000 Zuschauern, darunter knapp 1.000 Veilchen.

Im Austria Fansektor herrschte Bombenstimmung obwohl Aigner in der 9. Minute eine 100% Chance recht stümperhaft vergab. Danach spielte unsere Austria recht gut mit, aber die Tore schossen unsere Gegner. Letztendlich verloren wir Veilchen nur wegen der mangelnden Chancenauswärtung gegen eine, an diesen Abend sehr gute Ajax-Mannschaft, mit 0:3. Die Austria-Spieler wurden trotzdem mit Applaus verabschiedet. Für ein kurzes Highlight sorgte noch „Kugellager-Karl“, der gemeinsam mit seinem Sohn Rauchstangen anzündete und beinahe von den Ordnern im Stadion verhaftet wurde. Die erste versuchte Festnahme konnte der Austria-Mob noch verhindern, beim Verlassen des Stadions wurde Karl aber dennoch von der Polizei verhaftet und abgeführt. (Wie früher; Stichwort: Internationale Fußballrandale!)

Für den Rest ging es mit massiver Polizeibegleitung zurück auf den Busparkplatz. Vom berüchtigten harten Kern der Ajax-Fans war weit und breit nichts zu sehen, wahrscheinlich waren ihnen zu viele Cops vor Ort.

Die Busfahrt durch die zweite Nacht verlief im Gegensatz zur ersten Nacht ganz ruhig. Am Nachmittag erreichten wir wieder Wien und der Blaguss-Luxusbus hat sogar diese Fahrt ohne größere Schäden überstanden und freut sich auf die nächste ruhige Pensionisten-Ausfahrt. Für uns geht es mit 9 Mann mit dem Bulldogs-Bus am 12.Dezember 2.000 Kilometer Richtung Süden nach Barcelona.   

Martin/B.D. 92

BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2006

Weitere Fotos aus Amsterdam  findet ihr im Fotoarchiv

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