Wales - Österreich 0:2
25-27.03.2005 (Cardiff)
Sonntag, 10. November 2004 – ein trister Herbsttag. Nachdem
ich am Vortag im Radio eine Easyjet-Werbung gehört hatte, dass Easyjet von nun
an auch Bratislava in ihre Destinationen aufgenommen hatte, suchte ich gleich
nach Flüge für die nächsten WM-Qualifikationsspiele in Wales und England. Zum
Bestpreis von 7.49€ plus 13€ Taxen buchten wir den Hinflug nach London-Luton für
das Länderspiel gegen Wales in Cardiff. Der gleiche Rückflug konnte zu diesem
Zeitpunkt noch nicht gebucht werden und so fand ich nach einigen Suchen eine
günstige Retourverbindung von London-Gatwick über Köln nach Wien mit der
deutschen germanwings. Nebenbei buchten wir auch gleich die Flüge nach
Manchester für das England-Match im nächsten Oktober.
Karfreitag, 25. März 2005 – Flughafen Bratislava: Obwohl wir zu fünft eingecheckt hatten, begaben sich nur vier Bulldogs auf den Weg zum Boarding. Virus musste, obwohl er ebenfalls gebucht und bezahlt hatte, wieder den Heimweg antreten, da er anscheinend darauf vergessen hatte, sich Urlaub zu nehmen und so verbrachte er das Osterwochenende am Flughafen Wien bei seiner Arbeit. Andi, Hans-Peter, Jörg und meine Wenigkeit kamen mit kurzer Verspätung in London-Luton an, wo wir uns ein Mietauto nahmen.
Trotz Anfangsschwierigkeiten durch den ungewohnten
Linksverkehr schafften wir die 180 Meilen ohne Blechschaden bis nach Cardiff,
das wir gegen 20.30 Uhr erreichten. Unsere Stadtbesichtigung beschränkte sich
auf den Besuch einiger Pubs in der Innenstadt. Unser günstiges 4-Reifen Hotel
hatten wir bereits in der Nähe des Millenium- Stadions geparkt. Für die paar
Stunden Schlaf reichte auch unser gemieteter Ford Fiesta. Nach einer kurzen aber
kalten Nacht stärkten wir uns, wie schon tags zuvor am Flughafen Luton, wieder
beim Burgerking. In der belebten Innenstadt trafen wir beim Shoppen auf die
ersten Österreicher. Die Zeit bis zum Match verbrachten wir gemeinsam mit
Linzern und Salzburgern beim Stall-Talk in einem Pub. Einige Rieder, die
ebenfalls in dieses Lokal stolperten, hielten sich, wie auch die einheimischen
walisischen Fans, dezent im Hintergrund.
Auf der gesperrten Hauptstrasse ging es dann gemeinsam mit
tausenden walisischen Fans Richtung Stadion. Unseren Sektor am dritten Rang
erreichten wir ohne nennenswerte Kontrollen. Das einzige, das wirklich
kontrolliert wurde, war das strikte Rauchverbot im Stadion. Im imposanten
Stadionoval war diesmal genügend Platz für die zahlreich mitgebrachten rot-weiß-roten
Transparente. Durch die vielen
internationalen Matches unserer erfolgreichen Austria war diesmal nur mehr der echte harte Kern des Austria-Anhanges vor Ort.
Außer Bulldogs unterstützten nur Fritzl mit seinen 80ern und Wudle und Schlumpf
von den Atzgersdorfern das österreichische Nationalteam. 300 Österreich-Fans im
Auswärtssektor sorgten für mehr Stimmung als die knapp 50.000 Waliser. Nach
mäßigen ersten 45 Minuten ging es auch in der zweiten Halbzeit recht
enttäuschend weiter. Als Krankls angesägter Stuhl schon zu Kippen drohte,
kittete der kurz zuvor eingewechselte waschechte Österreicher Ivo den Sessel
seines Trainers mit seinem Tor. Das österreichische Nationalteam bedankte sich
für den lautstarken Support mit dem zweiten Tor durch den Burgenländer Stranzl.
Die walisischen Fans verließen enttäuscht das Stadion und wir Österreich-Fans
feierten noch mit den Spielern den für Krankl bereits lebensnotwendigen
Auswärtssieg.
Mit drei Punkten im Gepäck fuhren wir direkt nach Matchende
mit dem Mietauto zurück nach London-Gatwick. Die Zeit bis zum Abflug früh
morgens verbrachten wir um einiges bequemer als am Vortag, auf gepolsterten
Bänken in diesmal ausgestreckter Haltung in der Wartehalle. Unser wohlverdienter
Schlaf wurde nur durch eine Kontrolle von drei schwerbewaffneten Polizisten kurz
unterbrochen, die aber nur eine Ausweiskontrolle durchführten. Gut ausgeschlafen
ging es Sonntagvormittag mit germanwings zum Flughafen Köln/Bonn. Unseren Hunger
stillten wir bereits zum x-ten Mal an diesem Osterwochenende bei einem
weltweiten Pommes und Fleischlaberl Konzern.
Um mit dem günstigsten Flugpreis zu fliegen, nahmen wir den Umweg und die Wartezeit in Köln gerne in Kauf. Um 08.00 Uhr abends erreichten wir Wien-Schwechat, wo Virus noch eine Stunde Arbeit vor sich hatte. Um 21.00 Uhr traten wir erschöpft, einer vom arbeiten, die anderen vom schweren Wochenendtrip, gemeinsam die Heimfahrt an.
Die meisten Fanklubs organisierten sich ihre teilweise
umständliche Tour selbst, obwohl es eine offizielle Fanreise mit dem
Nationalteam vom Verkehrsbüro um „fanfreundliche“ 850€ exkl. Matchkarte (43€)
gab. Uns kostete der Trip pro Person 75€ für die Flüge und 60€ pro Person für
das Mietauto (inkl. Treibstoff). Mit dem Ersparten sind der Flug nach Manchester
und die Fahrt nach Parma bereits bezahlt und neben Geld blieb auch noch Zeit für
die Ostereiersuche am Ostermontag.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS ON EUROPEAN TOUR 2005
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