Viking Stavanger - Austria Wien 1:0
13-16.09.2005 (Norwegen)
Hot September III. - Nur Maria konnte uns stoppen !!!
Nach den sinnlosen Auswärtsspielen mit dem Nationalteam in
Polen und Aserbaidschan freuten wir uns auf den schönen Alltag als Austria-Fan,
dachten wir zumindest….., aber dazu später. Dienstag,
13.09. 18.00Uhr, Am Schöpfwerk – Treffpunkt für die Mission Stavanger in
Norwegen, aber dazu später……. Vergeblich warteten vier Bulldogs und drei
Atzgersdorfer auf den „kleinen Wudle“(früher bekannt als kleiner Oliver). Mit
erheblicher Verspätung von über 30 Minuten begaben wir uns auf unsere erste
Station Richtung Bratislava. Mit einem Zwischenstopp in Parndorf, wo wir unseren
Virus, der uns am Nachmittag dankenswerter Weise nach seiner Frühschicht Karten
für das CL-Spiel Petrzalka – Inter Mailand besorgte, abholten.
„Eingschuida“ nutzte das Spiel gleich als Familienausflug. Seine Frau kam mit Kind, Schwägerin und eventuell dem zukünftigen Ex-Schwager (Virus wird es freuen) mit dem eigenen PKW nach Pressburg. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Spielbeginn ins Slovan-Stadion. Zur Überraschung hatten wir die zurückgegebenen Karten der Italiener bekommen, die nur mit ca. 250 enttäuschenden Tifosis angereist waren. Darunter war auch der als Inter-Fan verkleidete Capo der Soccerholics, der aber auch schon vor einiger Zeit in Graz als verkleideter Lazio-Fan gesichtet wurde. Außerdem wurde auch der Austria-Fanbeauftragte Martin mit dem Nachwuchskicker Salvatore im Stadion gesichtet. Was die beiden nach dem Spiel in Bratislava trieben, bleibt jedem seiner Fantasie überlassen.
Nach einer schwachen CL-Partie die Inter mit 1:0 durch ein
Tor von Cruz für sich entschied, trennten sich die Wege vom „Eingschuiden“ und
seiner Familie. Für uns ging es gleich nach dem Spiel auf der Autobahn Richtung
Prag, wobei beim „Eingschuiden“ auffiel, dass er seinen „Trennungsschmerz“ in Vodka zu ertränken versuchte. Aus Solidarität betrank sich der Rest
der Mannschaft ebenfalls mit billigen tschechischen Vodka. Über Brünn und Prag
ging es Richtung ostdeutsche Grenze, die wir um ca. 3.30 Uhr erreichten. Dort
erwartete uns ein bereits ausgeschlafenes Überbleibsel aus Erich H.´s
DDR-Zeiten, der auf Grund des desolaten Zustandes unseres VW-Busses, uns mit
Billiglöhnern aus Polen verwechselte. Mit einem „Kommen sie schaffe?“ brachte er
die angetrunkene Mannschaft im VW-Bus in Stimmung. Unser Gelächter erzürnte ihn
anscheinend, denn er winkte uns rechts ran auf einen 30-minütigen Zwischenstopp.
Nachdem sich der Irrtum aufklärte, dass wir doch keine Taglöhner aus Polen,
sondern Fußballfans auf dem Weg nach Norwegen sind, entließ er uns mit den
Worten „Guten Flug“ Richtung Deutschland. Wir konnten mit seiner Aussage nichts
anfangen, vielleicht erinnerte ihn der Klang des nur notdürftig reparierten
Auspuffs unseres VW-Busses an russische Hubschrauber aus alten Stasi-Zeiten.
Nach einem toilettenbedingten Halt in einem amerikanischem Fastfood-Restaurant in Berlin, wo der Verkäufer schon bei drei Bestellungen um acht Uhr morgens schwer überfordert war, ging es über Hamburg Richtung dänischer Grenze. Nach 500 km dänischer Trostlosigkeit erreichten wir nach 18-stündiger Fahrt Hirtshals, einem Fährhafen an der windigen Nordsee…, aber dazu später.
Zu unserer Überraschung trafen wir im Hafen eine Grazer
Death-Metal-Band, die in Stavanger einen Gig spielen sollten…aber dazu später.
Aufregung gab es als uns die deutschsprechende Mitarbeiterin der Color-Line
freundlich zu erklären versuchte, dass unsere Fähre nach Kristiansand in
Norwegen auf Grund des schlechten Wetters gestrichen wurde. Nach Ernüchterung
und Ratlosigkeit keimte Hoffnung auf, als uns die freundliche, aber bereits
gereizte dänische Mitarbeiterin
eine kostenlose Umbuchung auf eine andere Fähre
anbot. Wir mussten notgedrungen auf dieses Angebot eingehen, obwohl sich die
Fahrzeit der Fähre von 5 Std. auf 8 Std.
und die Fahrstrecke nach Stavanger von
250 km auf 500 km erhöhte, da wir durch die Umbuchung einen anderen
Fährhafen (Larvik) anlaufen sollten. Um unsere Wartezeit von 5 Stunden zu
überbrücken, fiel die hungrige und durstige
Horde in Hirtshals ein. Als erster musste ein italienischer Pizzabäcker, der
sein Lokal mit sinnlosen Juve-Fanartikeln geschmückt hatte, daran glauben.
Selbst überhöhte Preise konnten uns nicht abschrecken. Danach ging es gestärkt
zu einem Wirten mit Sat-Anschluss, der sich aber als halblegale Spielhölle
entpuppte. Das CL-Spiel Werder Bremen – FC Barcelona war Virus egal, denn er
versuchte sein Glück am einarmigen Banditen. Das unterhaltsame Spiel verlor
Werder unglücklich 2:0 und Virus sein ganzes Geld.
Nach dem Spiel fuhren wir mit dem Auto zur Fährstation
zurück, wo wir gleich einchecken konnten, da die Fahrt bereits in eineinhalb
Stunden beginnen sollte. Wir standen in erster Reihe, wo wir auf das Anlegen der
Fähre warteten. Um Mitternacht erreichte uns eine Durchsage per
Aussenlautsprecher, dass die Fähre Verspätung hat. Auch vier Fans vom Fanclub
„Bad Vöslau“ und drei Austrianer vom Fanclub „Fischamend“ warteten ungeduldig
auf die Abfahrt der Fähre. Unser kurzes Dösen wurde in dem vom Wind hin und her
geschaukelten VW-Bus durch die nächste Durchsage unterbrochen. Der Kapitän
konnte auf Grund des orkanartigen Sturmes
nicht in den Hafen einlaufen und musste auf hoher See auf besseres Wetter
warten. Durch die achtstündige Fährfahrt und die ca. siebenstündige Autofahrt
auf der norwegischen Küstenstrasse bräuchten wir ca. fünfzehn Stunden für die
Anreise nach Stavanger. Um das Spiel pünktlich zu erreichen, müssten wir
spätestens um vier Uhr früh den Hafen verlassen. Da wir nicht mehr schlafen
konnten, stürmten wir den Ticketschalter der Color-Line. Aber die leicht
genervte Mitarbeiterin am Schalter tröstete uns nach Rücksprache mit dem Kapitän
auf sechs Uhr Einlaufzeit. Da die Ent- und Beladung in etwa zwei Stunden in
Anspruch nimmt, und die früheste zu erwartende Auslaufzeit 8.00 Uhr wäre, war
die Anreise per Fähre von einer Minute auf die andere wie vom Winde verweht.
Der Landweg über Kopenhagen, Göteborg und Oslo von ca.
1.700 km wäre auch mit einem Sportwagen der Austria-Stars geschweige mit einem
alten, überladenen und reparaturbedürftigen VW-Bus nicht zu schaffen. Von den
anderen österr. Fans war nichts mehr zu sehen und von den zukünftigen Heavy
Metal Stars aus Graz war ebenfalls weder was zu sehen noch zu hören. Danach
beschlossen auch wir unseren vorläufigen Rückzug. Wir erinnerten uns an die
Aussage des ostdeutschen Zöllners, und stoppten nach
kurzer Fahrt am Flughafen in Alborg. Zur unserer Freude fanden wir im
kostenlosen Internet- Zimmer einige Flüge von Dänemark nach Stavanger. Zeitmäßig
kam nur ein Flug in Frage, den wir buchen wollten. Der Flug von Alborg über
Kopenhagen nach Stavanger sollte für acht Personen ca. € 3.200,-- kosten. Als
wir den Flug buchen wollten, klärte uns der Mitarbeiter der Fluglinie auf dass
dies nur der Hinflug wäre. Damit hatte sich auch diese Variante für uns
erledigt. Schlumpf gab jedoch nicht auf, und versuchte verzweifelt nach gutem
alten amerikanischen Standby nach Stavanger zu kommen. Doch leider ließen sich
die Airline-Mitarbeiter nicht auf diesen Handel ein und wollten den vollen
Preis. Ein Fan, der anonym bleiben will, hatte die Idee, Frank Stronach
anzurufen, um sich seinen Learjet samt den Piloten auszuleihen. Da wir Frankie
um diese Zeit nicht wecken wollten, versuchten wir es beim Fanbeauftragten
Martin. Dieser war wenig begeistert, als um 6.15 Uhr sein Handy klingelte und
wir ihn mit unserem Problem konfrontierten. Da uns auch Martin nicht
weiterhelfen konnte, kamen wir in unserer Angst das Spiel zu versäumen auf
sinnlose Ideen (Schiff kapern, Flugzeugentführung,…). Da aber keiner die
Haftstrafe für diese Aktion übernehmen wollte, schlugen wir auch diese Lösung
aus unseren Köpfen. Schweren Herzens mussten wir endgültig die Heimreise
antreten. Für einige von uns war es das erste versäumte Europacup-Spiel der
Austria seit über zehn Jahren.
Und nun hatten wir zwei Probleme. Das erste war die
getrübte Stimmung im VW-Bus, das zweite: Wie bekommen wir unser Fährgeld
(Buchung erfolgte bereits via Internet) zurück? Das erste
Problem war schnell gelöst. „Es lebe der Alkohol!!!!“. Wegen dem zweiten Problem
mussten wir nach Kiel zum Fährhafen um an unser Geld zu gelangen. Die
Angestellte der Color-Line klärte uns auf, dass der Wirbelsturm mit dem Namen
„Maria“ schuld daran ist, dass die Überfahrt nach Kristiansand ins Wasser fiel
und wir unser erstes Spiel nach Jahren versäumten. Nach der Geldrückgabe machten
wir uns auf die endgültige Heimreise.
Nach dem CL-Match in Bratislava und dem TV-Match
Werder-Barcelona wollten wir uns auch auf der Heimfahrt noch ein Spiel live
anschauen. Zur Auswahl standen die UEFA-Cuppartien HSV-Kopenhagen,
Leverkusen-Sofia, Stuttgart-Domzale (SLO), Teplice (CZ)-Espanyol Barcelona.
Aufgrund der verschiedenen Beginnzeiten und der unterschiedlichen Anreisedauer
wäre es sich für die Matches in Stuttgart und Teplice nicht oder nur äußerst
knapp ausgegangen. Vom Zeit-Weg-Diagramm wäre Leverkusen am besten gewesen, aber
dort waren wir schon vor drei Jahren mit dem Nationalteam. Bevor wir uns auf
Hamburg einigen konnten, hatte Virus die Idee, dass wir uns auch die Austria auf
Premiere anschauen könnten. Das Angebot wurde einstimmig angenommen. Auf dem Weg
Richtung Berlin, alle von uns hofften eine Kneipe mit Premiere Sport zu finden,
hatten wir einen dramatischen Zwischenfall – Reifenplatzer vorne rechts! Zum
Glück habe ich mit beiden Händen das Lenkrad gehalten und konnte ohne größere
Probleme direkt in der Pannenbucht stehen bleiben. Für uns war das fast schon
Routine, denn auch auf den Weg nach Marseille hatten wir vor einigen Jahren bei
Brescia einen Reifenplatzer. In nicht einmal zehn Minuten hatten wir den Reifen
gewechselt und wir setzten unsere Fahrt fort. Südlich von Berlin verließen wir
die Autobahn auf der Suche nach einer Kneipe mit Premiere-TV. Nach ca. zwei
Kilometer Landstrasse kamen wir nach Teltow, eine 40000 Einwohner Stadt an der
Grenze zwischen Brandenburg und Berlin.
Wir blieben immer auf der Hauptstraße
und zu unserem Glück hatte der erste Wirt Premiere. Der Bus wurde in der
Baustelle direkt
vor
dem Lokal geparkt. Die Berliner Jungs hatten diesen Abend Pech, denn in ihrer
Kneipe lief statt der Hertha (spielte diesen Abend auf Zypern) das
UEFA-Cup-Match Stavanger-Austria. Obwohl acht Fans von Bulldogs und Atzgersdorf
nur via TV dabei sein konnten, waren beide Fanclubs durch Wudle bzw. Ewald live
vor Ort dabei. Durch die billigen Preise (Seidl € 1,50/Krügerl € 2,20/Bock-Wurst
€ 1,30) erreichte der Umsatz und die Stimmung im Lokal rekordverdächtigte Höhen.
Obwohl das Match unglücklich 1:0 verloren ging, ließen wir uns unsere gute Laune
nicht vermiesen. Als die Berliner Polizei das
erste Mal vor dem Lokal vorfuhr, eilte ich sofort hinaus und machte die
Polizisten höflich darauf aufmerksam, dass wir schon bei der Abfahrt sind und
wir unseren Parkplatz mitten in der Baustelle räumen werden. Doch die Polizei
kam nicht wegen der Parkwidrigkeit sondern auf Grund einer Anzeige wegen
Lärmerregung. Der Lokalchef konnte die Sache schnell bereinigen und die Cops
dampften wieder ab. Wir hatten gemeinsam mit den heimischen Gästen eine
Mördergaudi. Mitten in Berlin herrschte karnevalsmäßige Stimmung ….. bis die
Polizei das zweite Mal kam und unsere Polonaise endgültig auflöste. Wir
verabschiedeten uns von den Berliner Jungs und Mädls und begaben uns um 22.30
Uhr Richtung Heimat.
Keine
zehn Minuten nach der Abfahrt erfolgte bereits der erste technische Halt. Einige
von uns hatten Probleme mit dem billigen deutschen Bier, das ihnen auf den Magen
schlug. Über Dresden, Teplice und Prag (die Mannschaft wurde von Stadt zu Stadt
ruhiger) erreichten wir um 7.30 Uhr Wien Donaustadt. Schlumpf und „Eingschuida“
wurden in die Vorstadt entlassen, der Rest ebenfalls zuhause abgesetzt.
Obwohl wir Norwegen nicht erreichten, war es doch eine lustige und
interessante Auswärtsfahrt. Für die Gruppenphase (vorausgesetzt wir steigen
gegen die „Vikinger“ auf) wünschen wir uns zwei Auswärtsgegner die mit dem
VW-Bus problemlos ohne Fähre erreichbar sind.
Martin/B.D. 92
BULLDOGS/ATZGERSDORF ON EUROPEAN TOUR 2005
Nur Maria kann uns stoppen!!!!!
Weitere Fotos zur Fahrt nach Stavanger findet ihr im Fotoarchiv